Vorsitzender Uwe Eck
Joh 15,5
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Es war ein bewegender Moment, als mir mein damaliger Pfarrer Günther Geißelbrecht diesen Spruch aus dem Johannesevangelium mit auf den Weg gegeben hat, zu dem ich mich bei der Konfirmation in Zell am See entschlossen hatte.
Und es war noch aus einem anderen Grund für mich ein wichtiges Ereignis. Ab jetzt durfte ich in den Jugendkreis von Schwester Gabi; und für diesen Kreis, zu dem 14tägig die Jugendlichen aus dem gesamten Bezirk Pinzgau für einen Nachmittag im Pfarrsaal Zell am See zusammenkamen, hätte ich noch mehr „geopfert“ als den von der Schule im selben Rhythmus stattfindenden Tanzkurs in Salzburg.
Irgendwie hat es Schwester Gabi geschafft in uns Jugendlichen das Interesse für die Bibel, das Bibellesen zu wecken und zu festigen.
Es war der Jugendkreis, in dem ich meine ersten Glaubensschritte unternahm; es war der Jugendkreis, in dem ich mir den einen oder anderen Gitarrengriff abschaute und der den Anlass gab, meine Stimme zu trainieren und zu begleiten;
Es war schließlich auch der Jugendkreis, in dem ich meine spätere Frau kennen lernte.
Wenn ich beim Militärdienst mein „Jesus lebt“ an den Spint klebte und dadurch heiße Diskussionen heraufbeschwor, oder später in Studentenkreisen in Leoben ebenso „auffällig“ wurde, so bezog ich meine Energie aus dem, was ich in meinem Jugendkreis erhalten hatte. Geben und Nehmen, und nun – als Student – wollte ich das, was ich erfahren hatte, diese innige Beziehung zu Gott, in der selben Form weitergeben.
Pfarrer Eckhart Fandrey nahm mich mit offenen Armen auf und ich durfte den Konfirmandenkurs mitbegleiten und später komplett übernehmen. Das wurde mir noch zusätzlich leichter, als ich einen „alten“ Pula-Freizeitler, Tom Krziwanek, in Leoben wieder traf und mit Wolfgang Ornig ein engagiertes Gemeindemitglied kennen lernte. Mit diesen konnte ich hier am selben Strang ziehen:
Wir renovierten den Keller des Pfarrhauses, wir spielten Volleyball im Pfarrgarten, wir gründeten einen Jugendkreis, wir gestalteten Gottesdienste, wir gründeten einen Gospelchor,....
Geben und Nehmen
Im selben Jahr, als ich mein Studium in Leoben begonnen hatte, machte sich Pfr. Herwig Hohenberger auf die Suche nach Studenten, die sich für eine damals wieder zu gründende „Studentengemeinde“ (später „Hochschulgemeinde“) interessieren würden. Auch diese Gemeindearbeit entwickelte sich prächtig und war sehr intensiv. Neben den wöchentlichen Treffen waren es vor allem die Freizeiten in Assisi und Florenz, und die Arbeit in der österreichischen und internationalen Studentengemeinden, die in tiefer Erinnerung geblieben sind.
Ein neuer Schwerpunkt ergab sich, als ich mit meinem Kompagnon auf der Hochschule den Segelschein für Küstengewässer machte. Nun war der jährliche Segeltörn in unserem Hausgewässer, der nördlichen und mittleren Adria, ein Muss, wobei sich die Crews immer aus einer lustigen und spannenden Mischung aus Jugendkreislern und Studenten zusammensetzten.
„Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht“ - Leitsatz und Motivator in all den beschriebenen Aktivitäten.
Leider hatte das Studium irgendwann doch ein Ende und ich wechselte – soeben verheiratet und mit meinem Diplom in der Tasche – in meine neue Heimat Deutschlandsberg.
Durch meine regelmäßigen Besuche im DJR als Delegierter von Leoben hatte ich in Barbara Barzer sofort auch eine Kontaktperson zur hiesigen Jugendarbeit. Ich lernte Andreas Gerhold kennen, der mich ebenfalls begeistert in meinen Bestrebungen unterstützte, mich im Sektor Jugendarbeit zu betätigen.
Nach wie vor ist es die Konfirmandenarbeit, in der ich meine Hauptaufgabe sehe und ich musste feststellen, dass ich plötzlich mit einigen Problemen kämpfen musste, die mir vorher fremd waren:
Problem Nr. 1: Wo nehme ich die Zeit her, all das zu machen und zu organisieren, was ich wollte? Nun war ich nicht mehr Student. Ich musste arbeiten und hatte zusätzlich eine Familie (meine Töchter sind nun 7 und 3 Jahre alt). Und noch schlimmer: Ich habe plötzlich nicht mehr so viel Urlaub, dass ich bei jedem „Sauschneiden“ dabei sein kann.
Problem Nr. 2: Wie kann ich Jugendliche motivieren, quer durch den Bezirk Deutschlandsberg zu pilgern, um an einem Konfirmanden- oder Jugendkreis teilzunehmen. Hier spürte ich den deutlichen Unterschied zwischen einer Stadtgemeinde wie Leoben (wo ich mir über die Mobilitätsfrage nur selten den Kopf zerbrochen habe) und eben der Landgemeinde Stainz-Deutschlandsberg mit seinen beiden Gemeindezentren.
Das erste, was ich lernen musste war, mich auf einige wenige Dinge zu beschränken und das Programm zu reduzieren.
Das zweite, was ich lernte war, dass die diözesane Anlaufstelle eine besondere Bedeutung gewonnen hat. Ohne die Unterstützung des DJR bzw. der DJL und besonders unserer Ilse Deutschmann wären einige Projekte nicht möglich gewesen.
Hatte ich mich in meinen ersten Jahren als Jugendmitarbeiter sehr gegen die Gremienarbeit gewehrt, so lernte ich sie jetzt besonders schätzen. Hier habe ich Gesprächspartner, die mit den Selben Schwierigkeiten versuchen umzugehen, hier kann ich mich austauschen, hier bekomme ich Unterstützung in Form von Seminaren, Freizeitangeboten, Leihgeräten, und und und.
Gegen den Sprung in die Diözesanjugendleitung habe ich mit Erfolg vor allem wegen meiner familiären und gemeindlichen Aufgaben lange gewehrt, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Leitung unter Sabine Ornig einfach unglaublich war. Wie man eine Großfamilie mit all den Aktivitäten in Gemeinde und als Diözesanjugendleiterin derartig souverän unter einen Hut bringt ist und bleibt mir einfach ein Rätsel.
Leider musste Karin Amine, die würdevoll in die Fußstapfen von Sabine gefolgt ist, aus beruflichen Gründen das Amt zurücklegen und ich darf den beiden Damen nun als Mann (ob das gut ist?) mit einem etwas mulmigen Gefühl aber nicht ohne Enthusiasmus und gutem Willen nachfolgen.
Was wird mich, was wird euch, was wird uns erwarten?
Ich vertraue auf Jesus, der uns unermüdlich zusagt:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Ach übrigens, wer’s noch etwas genauer wissen möchte:
Mein Name: Uwe Eck
Geboren am 29. Okt. 1969 in Graz
Getauft am 02. Mai 1970 in Trieben
Aufgewachsen und zur Schule gegangen in Saalfelden im Pinzgau (1977 – 1987)
Konfirmiert am 15. Mai 1983
Bundesheer vom 1.10. 87 bis 30.09.88 in ganz Österreich
Studium vom 1.10.1988 bis 15. Dez. 1997 in Leoben Fachrichtung
Hochzeit: 6.09.97 in Leoben mit Jenni geb. Klinger
„Werkstoffwissenschaften“
Seit 1998 in Deutschlandsberg
Beruf: technischer Angestellter
Zwei Kinder: Agnes (15.06.2000) und Ilvie (24.02.2005)
