Andachtenarchiv
Novemberlosung 2008 von Uwe Eck
Oktoberlosung 2008 von Peter Lintner
Augustandacht von Barbara Kadan
Julilosung
Junilosung von Sabine Ornig
Mailosung von Roxana Reindl
Aprillosung von Peter Galler
Märzlosung von Andrea Pfennich
Februarlosung von Sabine Schönwetter
Jahreslosung von Elisabeth Kugler
Dezemberlosung 2007 von Harry Tritscher
Novemberlosung 2008 von Uwe Eck
Jes 58,10 und wirst den Hungrigen lassen finden dein Herz und die elende Seele sättigen: so wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag
Einstieg:
Dunkelheit und Helligkeit können praktisch erfahrbar werden, wenn wir einen Raum verdunkeln und später „Licht“ einschalten. Noch besser ist, wenn man sich in einen dunklen Raum setzt, die Dunkelheit auf sich wirken lässt und dann eine Tür zu einem hellen Raum öffnet.
Impulse
Dunkelheit hilft beim Nachdenken - die Gedanken werden nicht durch optische Eindrücke abgelenkt Dunkelheit kann beruhigen – wir brauchen sie um uns zu erholen, um gut schlafen zu können Dunkelheit macht Angst – wir können uns nicht so gut orientieren,
Dunkelheit bedeutet Gefahr – wir können die Dinge, die um uns passieren nicht wahrnehmen
Dunkelheit kann von außen auf mich einwirken - zu jedem Tag gehört auch die Nacht Im Leben kann es Dunkelheiten geben, denen wir machtlos ausgeliefert sind (Leid, Tod, Verfolgung, Ungerechtigkeit, Streit, Krieg, …) Beispiel dafür ist die Reichskristallnacht, die Juden von heute auf morgen in Finsternis stürzen ließ.
Dunkelheit kann in uns selber sein - wenn wir keine Freude mehr am Leben haben Ursachen dafür können unterschiedlich sein, Einsamkeit, Enttäuschung, unerreichte Ziele, gemachte Fehler, schlechtes Gewissen, Lügen, Ängste, Ausweglosigkeit, …
Weiterführung:
Zeiten der Dunkelheit sind eine Chance für die Erfahrung von Licht; oder anders ausgedrückt, wer die dunkle Seite des Lebens nicht kennt, kann die helle nicht wertschätzen.
Man kann aktiv die Dunkelheit nutzen, um zu meditieren, sich Gedanken zu machen über die finsteren Seiten im eigenen Leben; der Erkenntnis folgt Gebet und Befreiung, so wie es der Bibeltext verspricht;
Andererseits kann man aus den persönlichen Erfahrungen von dunklen Zeiten die Freude an den hellen Seiten schöpfen und dankbar sein. Beispiel dafür können für uns Paulus und Silas sein, die im dunklen Gefängnis ausharrten und nach einigen Stunden der Gefangenschaft und des Gebetes mitten in der Nacht Lobgesänge anstimmten. Sie zeigen eindrucksvoll, wie aus Dunkelheit (äußerlicher und innerlicher) Licht werden kann, wenn wir auf Gottes Gnade und Liebe vertrauen. Gott lässt uns in schweren (dunklen) Zeiten nicht im Stich. Der Weg des Gläubigen endet letztlich im Licht.
Liedvorschläge:
„Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg“ aus Singt das Lied der Freude Band 2, Nr. 878
„ Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf“ (Original „Lord, the light of your love“)
Uwe Eck, Deutschlandsberg
Andacht Oktoberlosung
Du machst fröhlich,
was da lebet im Osten wie im Westen. Ps 65,9
was da lebet im Osten wie im Westen. Ps 65,9
Start: Alle überlegen sich einen Bereich des Lebens, in dem sie glücklich sind. Dieser wird sodann reihum erzählt, die anderen hören also von Glück des anderen.
Folgende Bausteine könnten dann weiterführen:
Was bedeutet Glück für mich
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ich einen Lebensteil als glücklich bezeichne?
Wann fühle ich mich insgesamt glücklich?
Es wird wohl deutlich werden, dass Glück für jeden Menschen etwas anderes bedeutet, wohl auch abhängig von der Lebenssituation.
Für ältere: Wovon hängt Glück ab? Ist Glück mehr als Zufriedenheit? Wie viel Glück verträgt der Mensch, gehört Unglück zur Lebenserfüllung dazu? Glück bedeutet Hoffnung.
Impulsfotos: Afrikanisches Kind, Vietnamesische Fischerin, Lisa Bund im Dschungelcamp
Was bedeutet Glück anderswo?
Weiterführung:
Man muss kein vollkommenes Glück erleben, um fröhlich sein zu können. Oft kreisen Gedanken um die wenigen schlechten Dinge des Lebens, die ohnehin guten werden übersehen. So kann man sich unglücklich stellen, unglücklich sein. Manchmal kann man nicht anders als unzufrieden sein, enttäuscht zu sein. Manchmal darf man, ja soll man auch traurig sein, das eigene Leben unbefriedigend finden, verbesserungsfähig, zum Vergessen. Ein Mensch, der immer fröhlich ist wirkt meistens unglaubwürdig und aufgesetzt. Aber auch das Gegenteil liegt schwer im Magen: Wer stets traurig sein muss, wird das fröhlich sein verlernen, eine schreckliche Krankheit, die immer mehr um Menschen, besonders in den Industriestaaten betrifft.
Gott kennt unser Leben. Er weiß, dass es nicht immer zum Lachen ist, man nicht immer fröhlich sein kann. Aber er hat uns Lachen geschenkt, die Möglichkeit, fröhlich zu sein. Auch wenn Gott in allen Lebenslagen bei uns ist, so bin ich sicher: Er will den Menschen fröhlich sehn. Er hat uns deswegen viele Talente in die Wiege gelegt, viele phantastische Eigenschaften, die wir fröhlich einsetzen sollen. Er hat uns in eine Welt geschickt, die mehr als nur Standard ist, manchmal überschwänglichen Luxus an Farben und Leben bietet, nicht um uns zufrieden zu stellen, sondern um uns fröhlich zu machen.
Er bietet uns auch die Hoffnung auf ein ewiges Leben in Fröhlichkeit, er bringt uns eine Frohe Botschaft, ein Eu-vangelium.
Drum versuche, jeden Tag ein wenig glücklich zu sein, dein eigenes Glück zu genießen und anderen zu ihrem Glück zu verhelfen. Gott wird dich auch dabei unterstützen!
Liedvorschläge:
Zum Selbersingen den Klassiker Happy Day, oder Unser Leben sei ein Fest
Aus der Konserve Lache, wenns nicht zum Weinen reicht von Herbert Grönemeyer
Peter Lintner, Trofaiach
Juliandacht
Monatsspruch Juli 2008
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Ps 139,5
„Das hat mir gerade noch gefehlt“, dachte Jona und gähnte ein Loch in die Welt. Er hatte in der Sonne gedöst und von einem schattigen Strauch geträumt, als Gott ihn weckte.
„Geh nach Ninive und verkünde diese Botschaft“, sagte Gott. „Ich werde Ninive zerstören, weil die Menschen dort böse sind.“
„Das hat mir gerade noch gefehlt“, sagte Jona laut und beschloss zu fliehen.
Jona lief zum Hafen und fand einen Kapitän, der ihn auf seinem Schiff weit weg von Gott bringen sollte. Er versteckte sich im untersten Laderaum und schlief ein.
Da schickte Gott einen gewaltigen Sturm, der das Schiff zerbrechen wollte. Alle Menschen im Boot hatten große Angst und Jona erzählte schließlich, dass er von Gott auf der Flucht sei. „Werft mich ins Meer, dann wird euch nichts geschehen“, bat Jona den Kapitän. Um die Haut aller zu retten, gab der Kapitän nach und schmiss Jona ins Wasser.
Da hörte das Meer zu wüten auf und Gott bestellte einen Wal und dieser verschluckte Jona. „Das hat mir gerade noch gefehlt“, schrie Jona. „Du lässt mich nicht in Ruhe. Überall spüre ich deine Liebe und deinen Zorn. Nun schickst du mir auch noch einen Wal, der mich an deine Worte erinnern soll. Also gut, ich werde nach Ninive gehen und deine Botschaft überbringen!“
Da spuckte der Wal Jona aus und der schwamm an Land.
In Ninive angekommen stellte er sich auf den Marktplatz und sofort war eine große Menschenmenge um ihn versammelt. „Das hat mir gerade noch gefehlt“, murmelte Jona und begann Gottes Botschaft zu verkünden.
Da schämten sich die Menschen von Ninive und wussten nicht, was sie tun sollten. Als der König davon erfuhr, richtete er sich in einer Ansprache an die Bevölkerung: „Menschen von Ninive! Hört auf ,Böses zu tun, ändert euer Leben, wer weiß, vielleicht hat Gott Erbarmen!“
Als Gott sah, wie die Menschen zu ihm beteten, ließ er ab von seinem Plan.
Und Jona ging aus der Stadt heraus und rief zornig zu Gott: „Das habe ich mir gleich gedacht, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist. Deine Güte ist so groß, dass du vergibst, wenn man von Herzen bereut.“
Da beschloss Gott, Jona eine Geschichte zu schenken, von der er lernen konnte, was Liebe ist.
Als Jona am nächsten Morgen aufwachte, hatte er wieder von einem schattigen Strauch geträumt und war umso erstaunter, als dieser über ihm stand und seine Stirn kühlte. „Das hat mir gerade noch gefehlt!“ freute sich Jona.
Doch in der nächsten Nacht schickte Gott einen Wurm, der die Wurzeln des Strauches anfraß, sodass dieser verdorrte. „Das hat mir gerade noch gefehlt! Mein schattiger Strauch ist nicht mehr da!“ schrie Jona.
Und Gott lachte und sagte: „Du hast mir gerade noch gefehlt, Jona. Du sorgst dich um einen Strauch, den du weder gepflanzt noch gegossen hast, und wunderst dich, dass ich mich um die Menschen der Stadt Ninive sorge, die meine Kinder sind.“
Jona dachte an den Sturm, den Wal und den Wurm. Alles hatte Gott getan, um auch ihn den rechten Weg zu zeigen.
Da ging er los und pflanzte einen Strauch, den er pflegen und gießen wollte, bis dieser groß genug wäre, ihm Schatten zu spenden.
nach: Das große Bilderbuch der Bibelgeschichten
Bin ich ein Jona?
In wie weit lasse ich mich auf das ein, was Gott mit mir vorhat? Ja natürlich, die coolen und guten Dinge, die er mir schickt, auf die lasse ich mich schon ein. Eine freaky Party mit der Clique. Das Chillen am Sonntagnachmittag. Die Flugzeuge im Bauch wegen meiner neuen Liebe – macht mich echt dankbar!
Aber wie ist das mit den krassen Sachen, die ich manchmal überhaupt nicht checken will und kann? Stress in der family, Schule oder Arbeitsplatz. Sich den Style nicht leisten zu können, der gerade in ist. Tage, an denen man besser nicht aufgestanden wäre, weil alles schief läuft.
Bin ich ein Jona?
Wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich sie mir vorstelle, flüchte ich dann? Jona will sich verstecken. Doch er kann es nicht. Niemand kann sich vor Gott verstecken.
„Von allen Seiten umgibst du mich.“ lese ich im Monatsspruch.
Ist das nicht ein Segen?
Wie gerne fühle ich mich geborgen und geliebt, zu Hause. Nicht erst seit dem ersten Tag meiner Geburt hasche ich danach und wenn ich es erlebe, erfahre ich Zufriedenheit, Gelassenheit und Liebe. Im Kuscheln die Welt da draußen vergessen und die Zeit still stehen lassen. Das hat mir gerade noch (zum Glücklichsein) gefehlt.
Aber ist das nicht auch ein Fluch?
Ständig beobachtet zu werden, permanent sich rechtfertigen zu müssen, immer sich erklären zu müssen.
O ja, jetzt bin ich ein Jona. Ich lasse mich nicht fremd bestimmen. Mir vorschreiben, was ich zu tun und was zu lassen habe. Das hat mir gerade noch gefehlt!
Was passiert Jona?
Im Bauch des großen Fisches fühlt er Gottes Zorn und Liebe. Er erkennt plötzlich, dass er nicht herumkommt um diesen Gott. Dass sein Leben von Gott abhängt. Und er fügt sich.
Die Bevölkerung Ninives wird gerettet. Gott hat Erbarmen, damit versteht Jona Gott und die Welt nicht mehr.
Doch was tut Jona in dieser Situation? Er wendet sich an Gott und klagt.
Hallo, was bist du bloß für einer? Ich check das jetzt gar nicht mehr.
Bin ich ein Jona?
Wenn sich plötzlich alles zum Guten wendet, kann ich das annehmen? Kann ich das glauben? Da muss doch irgendwo ein Haken sein. So einfach geht das nicht, darum kann ich dem nicht vertrauen. Hallo? Ist das so einfach, einfach so?
Was tut Gott mit Jona? Er erklärt: „Du hast mir gerade noch gefehlt!“ und schickt ihm eine krasse Situation, damit er endlich versteht, wie wichtig er Gott ist.
Welch wunderbare Wendung in dieser Story.
Gott tut alles, um Jona zu sich zu bringen. Letztendlich ist es Gott, der auf Jona wartet und seine Nähe vermisst. Der Ihm gerade noch gefehlt hat.
Und Jona?
Der Sturm, der Wal, der Wurm. Alles hat Gott getan, um ihn den rechten Weg zu zeigen. Es war sein Plan mit Jona, um ihn nach Hause zu bringen. Jona versteht, dass im Schmerz und Leid Gott es immer gut meint, und er nur so reif und weise werden konnte.
Und wie ist das mit mir?
Nehme ich die Stürme des Lebens an? Wie oft werde ich verschluckt in dieser Welt, was mir die Kraft zum Durchatmen nimmt? Wie oft wird an den Wurzeln meiner Wünsche geknabbert und ich muss zusehen, wie sie verdorren? Nehme ich den Plan an, den Gott mit mir hat?
„Von allen Seiten umgibst du mich. Und hältst deine Hand über mich.“
Damit wird die Geschichte rund und heil.
Damit ist bereits jetzt alles gut.
.
Ich darf geborgen sein in Gottes Hand, in seiner Liebe. Hat diese Gewissheit der allumfassenden Liebe Gottes uns nicht allen gefehlt?
Dass es sein Plan ist, alle seine Kinder, die wir sind, wie auch immer voller Liebe zu ihm zu führen.
Welch eine Zusage Gottes!
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Ps 139,5
Juniandacht
Monatsspruch Juni: "Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden." (2. Mose 15,2 [E])
Andacht
Gerade ein richtiges Highlight erlebt! Endlich hat das Volk Israel die Freiheit erreicht. Sie sind nach der Sklaverei endlich in Freiheit, hinter ihnen ist das Rote Meer und noch weiter zurück liegt Ägypten, das Land der Sklaverei und vor ihnen liegt die Verheißung des Gelobten Landes. In dieser Situation sagt Mose diesen Vers.:
Voller Begeisterung und Zuversicht , und trotzdem merkt man, dass er auch von unglaublicher Tiefe durchzogen ist. Denn wann man bedenkt, was ein Sklave in Ägypten aushalten hat müssen, miese Arbeitszeiten (ohne Gewerkschaft) ohne Urlaub, ohne freien Tag, mit geringster Bezahlung, usw. Die unglaubliche Kraft diese Missstände auszuhalten liegt im Glauben. Im Vertrauen, dass einer, nämlich Gott, diesen Untaten ein Ende setzt.
Wie viel Sklaverei ertragen wir in manchen Situationen? Wo sind wir gefangen durch Umstände, wo wir ganz genau wissen, sie machen krank, sie sind nicht gerade das was wir uns wünschen? Kämpfen wir dagegen an oder lassen wir uns knechten, vielleicht aus Angst, Unsicherheit, ...oder vieles mehr?
Mose hat sicherlich viele Lieder in sich getragen, nicht nur die Loblieder, sondern auch Klagelieder. Oft genug ist seine Hoffnung auf Freiheit enttäuscht worden und er hat die Hoffnung auf Freiheit nicht aufgegeben, er hat sein Lied, seine Vision als Klagelied und Hoffungslied gesungen und gemerkt, das Festhalten an der Vision „Freiheit“ hat sich gelohnt.
Versinken wir in unseren Anklageliedern, in schlechten Zeiten, oder haben wir noch Visionslieder, die wir singen, oder vielleicht nur noch lesen oder denken, weil wir nicht mehr singen! Ist Gott noch in unserem Denken oder ist er so sehr Randfigur, dass wir ihn gar nicht mehr im Blickfeld haben, wenn wir über unserem Schicksal Trübsal blasen.
Gott ist für mich zum Retter geworden!
Ein Erlebnis, das Mose und das Volk Israel sicherlich sehr geprägt hat, sie haben es ihren Kindern weitererzählt und diese haben es weitererzählt, sodass wir es heute noch wissen.
Ein Satz, der in zwei Lager spaltet: in die Geretteten und in die, die es nicht sehen können.
Wurden wir durch unseren Glauben gerettet? Oder ist das nur das Denken der „Heiligen“?
Jesus will unser Retter und Heiland sein, lassen wir uns retten, sodass dieses Lied von Mose, der durch Höhen und Tiefen gegangen ist, auch unser Lied wird, oder überlassen wir es den anderen?
Meditation:
Jeder malt ein Hoffnungsbild während im Hintergrund ruhige Instrumentalmusik läuft!
Aktion:
Partnerarbeit::
Meine Stärke und die Stärke des anderen
Lieder : Welche Texte bewegen mich? Gibt es für Situationen, wo ich von Texten bzw. Liedern Kraft tanke?
Rettung: In welchen Situationen sind mir „Kleinigkeiten“ eine Rettung?
Jeder einzeln für sich zuerst finden und dann austauschen
Lieder: Meine Hoffnung, meine Freude
Meine engen Grenzen
Gib uns Augen, Gib uns Augen, das wir staunend sehn....
Geschichte:
Als Rabbi Mosche Löb gestorben war, sprach er zu sich: „ Auch im Tod will ich Gottes Willen tun, was kann das wohl sein?“
Nach einer längeren Überlegungspause sagte er: „Sicherlich ist es Gottes Will, dass ich für meine unzähligen Sünden Strafe empfange:“ Sogleich lief er mit der ganzen Kraft und lief in die Hölle. Dort begann er alle Psalmen zu singen. Darüber gab es großen Aufruhr im Himmel und es gab einen Erlass für den Höllenfürst: solange der Rabbi dort ist, soll das Feuer ruhn.
Der Höllenfürst bat den Rabbi, sich nach dem Paradies hinwegzubewegen, denn hier sie nicht der richtige Platz, um Gott zu loben. Außerdem gehe es nicht an, dass deswegen das Feuer in der Hölle verstumme. „Ist dem so“, sagte Mosche Löb, „dann rühre ich mich nicht weg, bis alle Seelen mitgehen dürfen. Auf Erden habe ich mich mit der Auslösung Gefangener abgegeben, da werde ich doch diese Menge nicht im Kerker leiden lassen!
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Andacht zur Mai-Losung
Andacht zur Monatslosung Mai
Paulus schreibt in seinem 1. Brief an die Korinther(Kapitel 14, Vers 15), in der Zungenrede:
„Ich will nicht nur im Geiste beten sondern auch mit dem Verstand“
Nun frage ich mich, was das eigentlich zu bedeuten hat!
Will Petrus damit sagen, dass ich meine Gebete laut ausrufen oder sie nur gezielt einsetzen soll mit meinem Verstand?
Ich wusste es nicht…
……..bis vor kurzen!
Vor kurzem (11.-13.April) war ich auf einer Mitarbeiterschulung, “Take Mak“, Bibelleben zum Thema in Bruck/Mur. Dort fiel mir eine ganz außergewöhnliche Bibel in die Hände. Mit einem Cover ,einer Zigarettenpackung ähnlich, mit großer Aufschrift „Die Volx Bibel“ im Taschenbuch Format. Eine Bibel in der „Jugendsprache“
Diese Bibelübersetzung entstand aus einer Jugendbewegung heraus, welche sich Jesus Freaks nennen und ist die einzige Bibel bei der Jeder mitschreiben durfte bzw. mitschreiben darf.
Es ist eine Übersetzung bei der die Meinungen sehr weit auseinander liegen. Im Prinzip ist es so man liebt oder hasst sie. Meine Wenigkeit gehört zu dem Teil die diese Bibel lieben. Aber ich möchte hier nun keine Werbung machen, deshalb zurück zum Thema.
In der Volx Bibelübersetzung steht diese Textstelle so:
„Ich bete in einer fremden Sprache und ich bete normal, sodass mich jeder Versteht“
Nun ging mir ein Licht auf. Wobei man sagen muss, dass die obere Textstelle sie sich selbst einmal ans Herz fassen, und ihren eigenen Rat befolgen sollten. Wenn ich etwas einwerfen darf, ich versteh nun was dort geschrieben steht und ich habe weder Theologie noch Deutsch Studiert ich habe doch noch nicht einmal die Matura! Es kann auch eine andere Bibel verwendet werden wie zum Beispiel die Gute Nachricht oder die Bibel in gerechter Sprache. Es gibst mehrere Hundert Übersetzung der Bibel allein im Deutschen. Eine dieser passt sicher für jede ganz besondere Gelegenheit und Situation im Kirchen als auch im Privatleben. Um bestimmte ungebräuchliche Wörter erklärt zu bekommen gibt es verschiedenste Lexika und auch die Erfindung des Internets ist auch keine schlechte. Denn im Internet kann man ,so glaub ich , jedes Wort googeln und man bekommt auch ganz brauchbare Infos wenn dies alles nichts nützt gibt es auch noch Foren in denen über verschiedenste christliche Themen diskutiert werden kann . So sieht man vielleicht einmal eine Bibelstelle mit anderen Augen oder aus einem anderen Blickwinkel.
Ich hoffe das war ein kleiner Anstoß und ich konnte damit vielleicht jemanden Helfen.
Es würde mich auch sehr freuen, wenn zum Beispiel bei Kinder-, Jugend- und Familiengottesdiensten manchmal die „Volx Bibel“ oder andere Übersetzungen verwendet werden würde, und außerdem ist mir klar, dass bei manchen Stellen in der Bibel die ursprüngliche Version viel schöner ist.
Zu guter letzt noch ein Gedicht von Hermann Hesse:
Sprache
Die Sonne spricht zu uns mit Licht,
Mit Duft und Farbe spricht die Blume,
Mit Wolken, Schnee und Regen spricht
Die Luft. Es lebt im Heiligtume
Der Welt ein unstillbarer Drang,
Der Dinge Stummheit zu durchbrechen,
In Wort, Gebärde, Farbe, Klang
Des Seins Geheimnis auszusprechen.
Hier strömt der Künste lichter Quell,
Es ringt nach Wort, nach Offenbarung,
Nach Geist die Welt und kündet hell
Aus Menschenlippen ewige Erfahrung.
Nach Sprache sehnt sich alles Leben,
In Wort und Zahl, in Farbe, Linie, Ton
Beschwört sich unser dumpfes Streben
Und baut des Sinnes immer höhern Thron.
In einer Blume Rot und Blau,
In eines Dichters Worte wendet
Nach innen sich der Schöpfung Bau,
Der stets beginnt und niemals endet.
Und wo sich Wort und Ton gesellt,
Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,
Wird jedesmal der Sinn der Welt,
Des ganzen Daseins neu gestaltet,
Und jedes Lied und jedes Buch
Und jedes Bild ist ein Enthüllen,
Ein neuer, tausendster Versuch,
Des Lebens Einheit zu erfüllen.
In diese Einheit einzugehn
Lockt euch die Dichtung, die Musik,
Der Schöpfung Vielfalt zu verstehn
Genügt ein einziger Spiegelblick.
Was uns Verworrenes begegnet,
Wird klar und einfach im Gedicht:
Die Blume lacht, die Wolke regnet,
Die Welt hat Sinn, das Stumme spricht.
PS: Als Liedvorschlag empfehle ich „Man sagt er war ein Gammler“
Text:
Man sagt, er war ein Gammler, er zog durch das ganze Land, raue Männer im Gefolge, die er auf der Straße fand. Niemand wusste, wo er herkam, was er wollte, was er tat. Doch man sagte: Wer so redet, ist gefährlich für den Staat!
Man sagt, er war ein Dichter, seine Worte hatten Stil. Wer ihn hörte, schwieg betroffen, und ein Sturm war plötzlich still. Seine Bilder und Vergleiche waren schwierig zu verstehen, doch die Leute saßen stundenlang, ihn zu hören und zu sehn.
Man sagt, er war ein Zauberer, an Wundern fehlt' es nicht. Er ging zu Fuß auf einem See und gab den Blinden Augenlicht. Machte Wein aus klarem Wasser, kannte Tricks mit Fisch und Brot, und er sprach von einer Neugeburt, weckte Menschen auf vom Tod.
Man sagt, er war Politiker, der rief: Ich mach euch frei! Und die Masse wollte gern, dass er ihr neuer König sei. Er sprach laut von Korruption und wies auf Unrecht offen hin, doch man hasste seinen Einfluss - und so kreuzigten sie ihn.
Er ist der Sohn des Höchsten, doch er kam, um Mensch zu sein; offenbarte Gottes Art, um uns aus Sünde zu befreien. So hab ich ihn erfahren, ich begann, ihn so zu sehn. Und ich meine, es wird Zeit, wir sollten ihm entgegen gehen.
Roxana Reindl (17)
Graz-Kreuzkirche
Quellen: www.lyrics.de
Die Volx Bibel
Andacht zur Aprillosung
KONSEQUENTES LEBEN
Fragen
- Wer fragt mich denn nach meiner Hoffnung?
- Erfüllt mich eine Hoffnung?
- Will ich Rede und Antwort stehen?
- Kann ich meinem Glauben, meiner Hoffnung Worte geben?
- Will ich über den Grund meiner Hoffnung reden?
- Trau ich mich?
Damals – Heute – Jetzt
Unser Text geht davon aus, dass das Rede und Antwort stehen zu einer christlichen Existenz gehört. Die Zeiten waren hart, die Christen wurden wegen ihres Glaubens verfolgt; nicht nur der Staat war gegen sie, auch die Nachbarin, der Arbeitskollege, der Mitmensch. Die Christen machten sich unbeliebt, weil sie sich weigerten, einfach mitzumachen, sie konnten nicht mehr Mitläufer des Zeitgeistes sein.
Der 1. Petrusbrief ist eine Art Rundschreiben für die beschimpften und leidenden Christen. In der Situation von Isolation, Diskriminierung, Ausgrenzung, Verleumdung, Hass und Verfolgung will Petrus sie stärken und ermutigen, zu ihrem Lebensstil zu stehen. Christen werden zumindest in unseren Breitengraden nicht mehr verfolgt, sicher manchmal belächelt. Aber regt die christliche Botschaft besonders auf?
Wenn man hinein hört in die Glaubensvorstellung der Menschen, so entdeckt man einen fast unübersichtlichen Pluralismus in Glaubensfragen. Patchworkreligion ist in, jeder glaubt auf die eigene Art und Weise. Die Herausforderung der biblischen Botschaft an das eigene Leben, an die eigene Person bleibt dabei auf der Strecke, ebenso ein solides Grundwissen über das, was es heißt, im biblischen Sinne zu glauben, zu hoffen und zu leben.
Der Lebens- und Glaubensstil der ersten Christen löste Fragen aus. Dem Schreiber unseres Monatsspruches geht es darum, den Christen Mut zu machen, Antworten zu geben über die Hoffnung, die sie trägt. Glauben, Leben und Hoffen kann im christlichen Sinne begründet werden, bleibt nicht nur einfach ein diffuses Gefühl. Den Fragen der Umwelt sollen und können sich die Christen im Sinne des 1. Petrusbriefes mutig stellen. Die Erinnerung an den Weg Jesu hilft, das eigene Leiden zu verstehen. Gerade der Weg Christi durch das Leiden zum Leben ermutigte die ersten Christen zur Nachfolge, die nicht einfach ist, aber im wahrsten Sinne des Wortes lebensnotwendig.
Und wir? Gerade in unserer Zeit ist es notwendig zu üben, dem Glauben Taten und Worte zu geben. Der Grund der Hoffnung, der zu einem „fragwürdigen“ Leben führt, ist der gleiche wie in den Anfangszeiten des Christentums. Glaube und Tat gehören zusammen. Bei der Aufforderung in unserem Text geht es wohl in erster Linie auch nicht um das Bekenntnis mit vielen Worten, sondern um das schlichte Zeugnis in Tat und Wort. Darin steckt die größte Herausforderung in unserem Monatsspruch.
Gestaltungsvorschläge / Bausteine
Plakat mit Monatsspruch als Überschrift, Kreis mit sechs gleich großen Feldern, in denen jeweils eine Impulsfrage steht:
- Christliche Hoffnung ist für mich wie…
- Zur christlichen Hoffnung fällt mir ein…
- Hoffnung brauche ich nicht, weil…
- Hoffnung macht mir…
- Hoffnung kann aber auch…
- Hoffnung ist gefährlich, wenn…
Schreibphase:
Fragen beantwortet hat, es können auch schriftlich Fragen gestellt werden. In dieser Phase ist es auch möglich meditative Musik einzuspielen. Das Plakat wird im Uhrzeigersinn weitergedreht und das solange, bis jeder alle Fragen beantwortet hat, es können auch schriftlich Fragen gestellt werden. In dieser Phase ist es auch möglich meditative Musik einzuspielen.
Gesprächsphase:
Phase steht die Frage: Wie war es, über die eigene Hoffnung zu reden?
Die einzelnen Felder werden vorgelesen und besprochen. Am Schluss dieser
Die erste Frage des Heidelberger Katechismus
Dass ich mit Leib und Seele, im Leben und im Sterben, nicht mir selbst überlassen bin, sondern meinem Heiland Jesus Christus, der mit seinem Blut für alle meine Sünden bezahlt und mich aus der Gewalt des Teufels erlöst hat…
Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?
Glaubensbekenntnis: (aus der Zeit der DDR)
Ich glaube, dass Gott die größte Macht hat und dass ich mich auf ihn verlassen kann. Jesus hat mir gesagt, was Leben ist: Anderen helfen und gegen Ungerechtigkeit und Lüge kämpfen. Er ist dafür ermordet worden. Ich möchte von ihm lernen, so mutig zu sein. Aber dazu brauche ich seinen Geist, deshalb bitte ich ihn oft darum.
Er hilft mir, wenn ich alles falsch mache, dass ich den Mut finde, neu anzufangen. Er ist auch zwischen mir und meinen Freunden, wenn wir vom glauben reden oder von anderen Dingen. Und dann glaube ich, dass Jesus nicht tot ist, sondern lebendig bei uns.
Nur Christen sind eine GmbH: „Gemeinschaft mit berechtigter Hoffnung“
Lied:
Gebt der Hoffnung ein Gesicht, aus CD Jahreslieder 3, Text und Melodie: Martin Buchholz
Auf Hoffnung gebaut
Herr, auf Hoffnung gebaut, auf den Felsen der niemals bebt. Herr, auf Hoffnung gebaut, hier zu Haus wo die Liebe lebt. Herr auf dich gebaut. Reiche zerfallen wie Burgen aus Sand, und es bleibt nur ein kläglicher Rest. Wer dir vertraut hat einen sicheren Stand, sein Leben gelingt das steht fest. Herr ich hab es erlebt, du bist die Basis für mich und so bau ich für immer auf dich. Worte verfliegen vom Winde verweht, was gestern war gilt heute nicht mehr, dein Wort ist ewig, beständig, konkret, ich spüre ich brauch es so sehr. Herr ich hab es erlebt, du bist die Basis für mich und so bau ich für immer auf dich.
Ich weiß genau, dass ich glauben kann, das du mich nie fallen lässt, und ich glaube daran das du mich tragen wirst auch in stürmischen Zeiten wirst du mich begleiten darum halte ich an dir fest.
Weitere Fragen:
Allzeit bereit zur Verantwortung: Kann ich Auskunft über die Hoffnung meines Lebens geben, wenn ich gefragt werde?
Was sage ich?
Kann ich den Inhalt meines Glaubens, das was mein Leben trägt, in Worte fassen.
Warum kann ich meinen Glauben so schwer bezeugen?
Sind es in jeder Lage die gleichen Worte?
Gestaltet und zusammengestellt von Peter Galler
Monatslosung März
Jesus Christus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Johannes 16, 22
Der Grund für die Traurigkeit bei den Jüngern ist, wenn man den Text dieses und der vorigen Kapitel im Johannes-Evangelium liest, klar. Jesus macht immer wieder Andeutungen, von dem, was kommen wird; seine Gefangennahme und Kreuzigung stehen bevor. Traurigkeit, sicher auch Verwirrung und Unsicherheit sind die vorherrschenden Gefühle zu diesem Zeitpunkt.
Können die Freunde sich da vorstellen, dass es wieder bessere Zeiten, ja sogar Freude in ihrem Herzen geben wird? Wie weit erfassen sie das Geschehen um sie herum und verstehen sie, worauf Jesus sie vorbereiten möchte? Machen sie sich Gedanken über die nähere und fernere Zukunft? Oder sind sie ganz in ihrem Hier und Jetzt gefangen – unfähig, der Trauer in ihrem Inneren zu entrinnen?
Die Antworten auf diese Fragen würden vermutlich bei jedem Jünger anders aussehen, genauso wie bei jedem von uns die Antworten unterschiedlich sind.
Auch wir erleben immer wieder Trauer und Angst. Manchmal können wir zuversichtlich in eine bessere Zukunft blicken, andere Male finden wir aus unserer Dunkelheit nur schwer heraus.
Doch genau da möchte Jesus Hoffnung geben, uns heute genauso, wie damals seinen Jüngern. Er will, dass sich unser Herz freut, und dass uns niemand die Freude wieder wegnimmt. Auch wenn wir ihn manchmal in Schmerz und Trauer nicht wahrnehmen können, er begleitet uns und hilft uns. Er macht uns Mut, die Hoffnung nie aufzugeben.
So wie Jesus zu Ostern den Tod überwunden hat, wünscht er sich für uns, dass wir die Trauer überwinden. Aber genauso wichtig wie das Durchleben des Todes für die Auferstehung war, müssen auch wir immer wieder durch Traurigkeiten gehen. Den wahren Wert des Positiven kann man manchmal erst durch das Negative erkennen und richtig schätzen. Zugleich dürfen wir wissen, es endet nicht so, sondern es wird auch wieder Freude in unserem Herzen sein.
Daher endet auch seine Rede zu den Jüngern ganz klar und deutlich mit den Worten:„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
Darauf dürfen wir vertrauen.
Liedvorschlag: Du verwandelst meine Trauer in Freude
Andrea Pfennich, Voitsberg
Monatslosung Februar
„Jesus Christus spricht: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr´s empfangt, so wird´s euch zuteil werden.“ Markus 11, 24
Diesen Bibelvers vorangestellt ist eine kurze Geschichte über einen Feigenbaum, der keine Früchte trägt. Jesus spaziert mit seinen Jüngern zur „falschen“ Jahreszeit an ihm vorbei. Der Baum trägt noch keine Früchte. Jesu Hunger und seine danach folgende Enttäuschung bringen ihn dazu, diesen Feigenbaum zu verfluchen. „Von dir soll nie mehr jemand Feigen Essen!“
Tags darauf sehen die Jünger, dass der Feigenbaum tatsächlich verdorrt ist. Jesus bittet darauf hin inständig seine Jünger, dass sie Vertrauen zu Gott haben sollen. Weiters versichert Jesus, wenn jemand ohne Zweifel glaubt, dann wird es auch geschehen. Diese Worte Jesu gelten auch uns heute. Wenn wir Gott um irgendetwas bitten, müssen wir nur darauf vertrauen, dass er unsere Bitte schon erfüllt hat, dann wird sie auch erfüllt.
Wie ist das eigentlich mit dem Beten? Was hat es mit dem Gebet wirklich nun auf sich? Weißt du noch, wann du das letzte Mal so richtig gebetet hast aus vollem Herzen? War es ein schönes, unvergessliches Erlebnis oder etwas, das dich traurig gestimmt hat oder sogar verzweifeln ließ? Ich erinnere mich noch intensiv an mehrere Sivesterfreizeiten zurück, bei denen ich als Jugendliche teilgenommen habe und die Zeit vor dem Jahreswechsel intensiv betend verbracht habe, im Zwiegespräch mit Gott. Mit einerseits großen Glücks- und Dankbarkeitsgefühlen, aber andererseits auch erlebte ich Minuten purer Verzweiflung und Unsicherheit.
„Not lehrt uns beten“, sagt eine alte Weisheit. Das darf auch heute sein, denn vor Gott sind wir immer Bittende, Empfangende und Suchende.
Doch das kann und darf nicht alles sein! Eine Beziehung, in der man sich nur in der Not aufsucht, kann sehr egoistisch und selbstbezogen sein. Wer eine echte Beziehung hat, teilt doch auch seine Freude und Dankbarkeit mit.
Wirkliches Beten läßt Gott Anteil haben an deinem ganzen Leben, in schönen und schweren Stunden, in allen Facetten deines Lebens! Im Beten kannst du deshalb lachen, weinen, klagen, staunen, fragen und dich freuen.
Wenn du betest, wird es auch Zeiten geben, in denen du keine schnelle Antwort von Gott bekommst. Es können oft viele Jahre vergehen, bis du ihn verstehst und rückblickend eine Antwort erhältst. Ebenso kann die Antwort auch ein Leben lang ausbleiben. Auf alle Fälle kann dir aber gewiß sein, dass Gott mit dir ist und dein Leben – wie bunt es auch immer sein mag – begleiten möchte.
Folgende Geschichte zeigt für mich großartig auf, wie lebenswichtig das Gespräch mit Gott ist und dass das Gebet wie der „Faden nach oben“ ist, an dem ich mich festhalten kann und mein Leben gestalten kann.
„Das Gleichnis von der Spinne“
Eine Spinne hatte großen Hunger. Sie fand keine Nahrung. So besann sie sich einer Kunst, die nur sie beherrschte. Sie ließ aus ihrem Körper einen Faden fließen. Den band sie oben fest, ließ sich daran hinunter fallen und baute ihr Netz. Mit letzter Kraft spann sie mit ihrem eigenen Faden ihr Werk, in die Mitte ausgerichtet, nach den Seiten verwoben. Eine Pracht war es, ihr Kunstwerk anzusehen und sie mochte selbst darauf stolz gewesen sein. So kräftig war es. Und als am Morgen der Tau sich sanft daran setzte, glänzte es wie ein Kristall in der aufgehenden Sonne. Auch Hunger brauchte sie nicht mehr zu haben. Fliegen, Mücken, Insekten aller Art, verfingen sich im Netz. Und sie hatte Nahrung im Vorrat. Nur eines störte sie, als sie sich immer wieder ihres Kunstwerkes ergötzte: Der Faden von oben nach unten. War der noch nötig? So biß sie ihn kurzerhand ab. Doch zu ihrem Entsetzten: Das Netz fiel in sich zusammen. Ihr Werk war zerstört. Dies nur, weilsie eines vergessen hatte: Die Bedeutung des Fadens nach oben.
(aus: Kuhn-Schädler, Vergiß das Träumen nicht, rex-Verlag)
Lieder zum Thema:
„Danke, Herr Jesus, hab Dank, Herr, dass ich mit dir reden darf“ (für Kinder)
(aus: Sing mit uns ein neues Lied, Band 1)
„Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet“ (für Jugendliche) (aus: Feiert Jesus, Band 1)
Kreativer Gestaltungsvorschlag:
Gebetsrunde – mit einer schön gestalteten Mitte (zum Thema, zur Jahreszeit, …)
- mit einer Kerze, die reihum geht
- mit Symbolen/Gegenständen, die die Betenden in die Mitte legen
können
Weitere verwandte Themen:
* Freie und vorgeformte Gebete
* Haltungen des Betens
* Psalme – Gebete der Bibel – in alten Worten sich wiederfinden
Text (von Andrea Schwarz, Ich mag Gänseblümchen, Herder-Verlag)
Du bist bei mir alle Tage
alltags
Du bist mein Gott des Alltags
dann darf ich dir bitte schön
auch meinen Ärger über die hohe Reparaturrechnung
die Freude über den Fischreiher
meine Einsamkeit heute abend
und den zerrissenen Schuhbendel übergeben
und jetzt beschwer dich nicht
so sieht mein Alltag aus
Andacht zusammengestellt von Sabine Schönwetter, Graz
Jahreslosung 2008
Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“
Ich lebe!
Ich
…..stehe frühmorgens auf
…..setze mich verschlafen an den Frühstückstisch
…..fahre von Schule zu Schule
…..esse zu Mittag
…..lege mich kurz hin
…..mache den Haushalt
…..unterhalte mich mit angeregt mit meinem Mann
…..unterhalte mich einseitig mit meinen Söhnen
…..bereite den Unterricht vor
…..lese einen Krimi
…..gehe schlafen
Leben? Ist das LEBEN?
WAS ist Leben?
Was sagt Wikipedia zu diesem Thema?
„Leben ist die charakteristische Eigenschaft, die Lebewesen von unbelebter Materie unterscheidet. Wesentliche Merkmale sind Stoff- und Energieaustausch mit der Umwelt sowie Fortpflanzung und Wachstum.“
Ok.:
Ich bin belebte Materie.
Ich tausche Stoffe und Energie mit der Umwelt.
Ich pflanze mich fort.
Ich wachse.
Ich lebe!
Ich lebe?
Dann fällt mir die Jahreslosung für das Jahr 2008 ein:
Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“
Jesus lebt – wir sollen auch leben! Was bedeutet diese Aussage? Geht es nur darum, dass wir später einmal im Himmel glücklich leben werden?
Oder können wir auch hier auf der Erde schon richtig „leben“
Und wieder stellt sich die Frage „Wann lebe ich wirklich?“
- Wenn ich Ferien habe?
- Wenn ich mit Freunden chillen kann?
- Wenn ich eine tolle Reise mache?
- Wenn ich mich mit coolen Menschen treffe?
- -
- -
Wenn das alles „leben“ ist, gibt es viel „tote“ Zeit, die wir verbringen. Doch, das muss nicht so sein.
Mir ist folgende Geschichte in die Hände gefallen:
Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne.
Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich ..."
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
"Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"
Er sagte wiederum:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich ... "
Wieder sagten die Leute:
"Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen:
"Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."
Geht es uns nicht auch so? Das „wirkliche Leben“ spielt sich am Wochenende ab. Die 5 Tage dazwischen, müssen wir irgendwie überstehen. Dann wird 2 Tage gelebt und dann heißt es wieder eintauchen in den grauen Alltag.
Frustrierend. Aber – muss das so sein?
Mir ist klar geworden: Jeder Tag ist voll von 24 Stunden. 24 Stunden, die mir geschenkt sind. 24 Stunden, die ich sinnvoll füllen darf.
In jeder dieser Stunden darf ich leben:
- Beim Aufstehen
- Am Schulweg
- In der faden Lateinstunde
- Bei den netten Gesprächen mit meinen Freunden
- Beim Einkaufen
- Bei den unangenehmsten Arbeiten des Tages
- -
- -
- -
Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“
Jeden Tag, 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche, 12 Monate lang – diese Verheißung begleitet uns.
Ich darf LEBEN! Und mein Leben wird begleitet von meinem Freund und Bruder Jesus Christus, der mich keine Sekunde dieses Lebens im Stich lässt.
Ein gesegnetes Jahr 2008 wünscht euch Elisabeth Kugler (Bruck/Mur)
Andacht Dezember 2007
„Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ (Jesaja 40,31)
Der Monatsspruch Dezember stammt vom Propheten Jesaja und ist wohl einer der bekanntesten Verse aus diesem alttestamentlichen Buch.
In welchem Zusammenhang steht denn dieser Vers?
Die Botschaft des Propheten (Jesaja heißt übersetzt übrigens „Jahwe ist Rettung“, „Heil Jahwes“) an Gottes Volk ist 39 Kapitel lang größtenteils Gerichtsbotschaft: Gottes Gericht wird dem Volk beweisen, dass Er Sein Wort hält. Die bereits im 5. Mosebuch angekündigten Folgen – Segen als Folge von Gehorsam und Fluch als Folge von Ungehorsam – werden sich erfüllen.
Der zweite Teil des Buches ist von der Wiederherstellung und der Befreiung durch Gott bestimmt (ab Kap. 40): von der Erlösung aus der babylonischen Gefangenschaft, aber auch von der zukünftigen Erlösung durch den kommenden Messias, den leidenden Gottesknecht (Jes. 53).
An diesem Wendepunkt in Kap. 40 – als letzten Vers dieses Kapitels - finden wir unseren Monatsspruch. Doch was finden wir im selben Kapitel, vor diesem ermutigenden Bekenntnis/Zuspruch?
Die Grundlage für dieses frohmachende Bekenntnis
- Der tröstende Zuspruch Gottes (Vers 1),
- die Aussicht, dass die Knechtschaft bald zu Ende sein würde (Vers 2),
- der Hinweis, dass die Herrlichkeit des HERRN sich offenbaren wird und die Ankündigung, dass alles vergeht, aber das Wort unseres Gott bleibt (Verse 3-8),
- die Hinwendung des Blickes auf den HERRN, der kommen wird in Kraft und Herrlichkeit, seine Herde weiden wird (Verse 9-12),
- das Lob über Gottes Herrlichkeit und Größe (niemand ist IHM gleich!) (Verse 13-26) und
- die Erinnung daran, dass Er Sein Volk – auch in aller Not der Gefangenschaft - nicht vergessen hat – Er wacht weiter über ihm (Vers 27).
Und all das mündet dann in diesem wunderbaren Abschluss des Kapitels:
„Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht. Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke. Jünglinge ermüden und ermatten, und junge Männer straucheln [und] stürzen. Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ (Verse 28-31)
Was soll ich tun?
Harren und Hoffen auf den gewaltigen, verkündigten HERRN und Gott!
Auf welchen HERRN?
Auf diesen Gott, der das Gericht abwenden, die Gefangenschaft wenden und Erlösung schenken wird, dessen Herrlichkeit alles überstrahlt, dessen Wort bleibt, dem niemand gleich ist, der ewig ist, der nicht ermüdet und der Sein Volk nicht vergessen hat!
Wo sonst - als am Kreuz von Golgatha - wird diese Botschaft lebendiger und greifbarer?
Wer, wenn nicht der Mann aus Nazareth - vollkommener Mensch und Gottes einziger Sohn – ist genau die Erfüllung dieser Worte, die Grundlage für das Bekenntnis des Monatsspruches?
Jesus Christus trägt das schreckliche Gericht Gottes und wirkt Erlösung für die, die glauben, dass er der einzige Weg ist (Joh. 14,6) und dies auch von ganzem Herzen annehmen. Durch seinen Kreuzestod und seine Auferstehung strahlt die Herrlichkeit Gottes auf und werden auch die alttestamentlichen Prophetien auf wunderbare Weise erfüllt – wer ist wie der HERR?
Nirgendwo wird sichtbarer, dass Gott die Menschheit nicht vergessen hat! Aber nirgends wird auch deutlicher, dass die Erlösung nur durch das Blut Christi möglich ist – wer nicht auf diesen HERRN hofft, sondern auf seine eigenen Vorstellungen baut und sich diesem HERRN verweigert, den wird das Gericht Gottes in voller Härte treffen.
Neue Kraft gewinnen?
Hier beim Kreuz Jesu Christi, im Blick auf den Erlöser, gewinne ich neue Kraft und kann die Schwingen empor heben wie die Adler, laufen und werde nicht ermatten. Nicht weil ich so großartig, so ausdauernd,... bin, sondern weil jetzt gilt: „und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, [und zwar im Glauben] an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (Gal. 2,20)
und weil der HERR Jesus bereits alles erduldet hat:
„Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so laßt uns das Bekenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise [wie wir] versucht worden ist, [doch] ohne Sünde.“ (Hebr. 4,14-15)
Eine wunderbare Verheißung!
Das Volk Israel hatte vorrangig sicher nur die Erlösung aus der menschlichen Gefangenschaft vor Augen – ihnen wurde klargemacht: was Gott verheißt, das kann Er auch! Daraus folgt dieser ermutigende Zuspruch!
Wieviel größer muss uns diese Verheißung im Blick auf die bereits geschehene Erlösung durch Jesus Christus, der uns von der Herrschaft der Sünde erlöst hat, sein, wenn diese Wahrheit schon Wirklichkeit in unserem Leben geworden ist?!
In Christus sind die Schattenbilder des Alten Testamentes letztlich zur Erfüllung gekommen. Was das Volk Israel im Leib erfahren musste/durfte, wird ein Nachfolger Jesu im geistlichen Leben erfahren: das Gericht Gottes geht vorüber, die Gefangenschaft ist dann vorbei und die Herrlichkeit des HERRN wird real (heute: weil der HERR Jesus auferstanden ist und lebt) – jetzt ist in IHM meine Stärke. Die Gewissheit über diese Tatsachen spiegelt sich wider im Bekenntnis/Zuspruch unseres Monatsspruches.
Auf diesen HERRN will ich trauen und hoffen, der am Kreuz alles für mich gegeben hat. Im Blick auf ihn (Hebr. 12,2) hat unser Leben die Ausrichtung, die uns bestimmt ist und auch in allem Leid und Not dieser Welt durchträgt bis ans Ende.
Nun gilt die Frage dir und nicht mehr dem Volk Israel:
„Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört...?“
Harald Tritscher, Schladming.
