Leitfaden für Mitarbeiter
Die beste Nachricht zuerst: Du bist im Auftrag des Herrn unterwegs!
Falls dir Kleingläubigen das jedoch als Versicherung nicht reicht, haben wir uns für Dich einiges einfallen lassen, zusammengefasst unter der Rubrik
Service
- Du bist während deiner ehrenamtlichen Mitarbeit Haftpflicht und gegen Unfall versichert
- Du erhältst als Anerkennung für deinen Aufwand und die geopferte Zeit eine Entschädigung von € 10.- pro Tag.
- Du kannst dich extrem kostengünstig, ja manchmal sogar gratis fortbilden, in Bereichen wie etwa Gruppendynamik, Drogenbekämpfung, Outdoor usw.
- Du kannst dir von uns Bestätigungen über Freizeiten und Fortbildungen holen, für Pädagogen (und die es werden wollen) besonders interessant.
- Deine Mitarbeitercard gilt als Jugendherbergsausweis in ganz Europa.
- Reicht das nicht schon längst ??
Doch wie das Leben aber nun mal spielt- nichts ist umsonst im Leben! Es folgt die Abteilung
Pflichten
Aufsichtspflicht
Du hast die Aufgabe, die Teilnehmer „im Rahmen der Zumutbarkeit“ zu beaufsichtigen, das heißt also: Du solltest (fast) immer ein Auge auf die dir Anvertrauten haben, du musst aber nicht mitten in der Nacht vorm Zimmer Wache schieben, nicht am Klo Rauchern nachspionieren oder selbstlos jede Colaflasche nach Alkohol untersuchen.
Außerdem gilt dieses Prinzip auch umgekehrt: Was ist dem Teilnehmer zutraubar? Du solltest also mit einem 6jährigen mitschwimmen, brauchst aber mit einem 16jährigen nicht über die Straße gehen.
Nun kommt noch ein leicht verwaschener Teil, wohl am Besten mit den Worten
Wünsche und Träume
zusammengefasst
§1 Der Sei- immer-höflich-Paragraph
Ein Mitarbeiter sollte immer freundlich oder zumindest höflich sein. Sicher nicht immer einfach, für den einen schier unmöglich vor dem Morgenkaffee, für die andere undenkbar zur Geisterstunde- aber: da musst du durch!
§2 Der Promillenzparagraph
Nach einem anstrengenden Tag an der Kinderfront gibt’s kaum was besseres als gemütlich zusammenzusitzen und den Tag ausklingen zu lassen- manch einer trinkt dazu wohl gerne ein Bier oder Weingeist- das darf auch sein, jedoch ist der richtige Umgang damit wichtig: Du musst den Alkohol keineswegs vor den Jugendlichen verstecken, damit zu protzen ist aber auch nicht ratsam.
§3 Der GoldimMund-Paragraph
Egal wie spät (oder früh) es am Vorabend war, spätestens zum Frühstück solltest du wieder auf der Matte stehn und §1 voll Unternehmungsgeist erfüllen.
§4 Der Lichtgestalt-Paragraph
Unglaublich aber wahr: Du bist ein Vorbild! Das bringt dir natürlich jede Menge Ehre, aber auch Verantwortung; wechselst du nämlich nur einmal pro Woche die Unterhose, wird das der kleine Teilnehmer von nebenan in der nächsten Woche auch begeistert so handhaben...
§5 Der Keuschheits-Paragraph
Die Liebe ist ein seltsames Spiel, wer weiß das nicht? Da gibt’s aber eine herbe Einschränkung: während der Freizeit sind die Teilnehmer tabu- das könnte dir sonst ein Neider als „Zunutze machen einer Machtposition“ ankreiden- und das ist ein echter Paragraph...
§6 Der Superstar-Paragraph
Ein Mitarbeiter sollte zumindest 4 Hände und 6 Beine
haben, dazu etwa 60
(Adler-)Augen, ein fesselndes Organ, einen wachen Geist, Muskeln aus Stahl, eine dicke Haut sowie ein Herz aus Gold.
§7 Der United-we-stand-Paragraph
Du solltest immer versuchen, der gute Geist der Freizeit
zu sein, deine unter §6 aufgezählten Fähigkeiten voll nützend. Versuchen das nämlich alle Mitarbeiter, spart das allen Nerven und öffnet unzählige Möglichkeiten. Achte also auf durchgebrannte Birnen ebenso wie auf kaputte Teilnehmer- und umgekehrt.
§8 Der Sprung-ins-kalte-Wasser-Paragraph
Nur ein Ignorant glaubt, eine Freizeit fängt mit dem
Beginn an! Viel Vorbereitung ist nämlich schon davor
wichtig, wie etwa inhaltliche Treffen mit dem Team,
Besorgen der Materialien, hartes körperliches Training
und unmenschlicher Ausbau der geistigen und
geistlichen Fähigkeiten.
§9 Der Lebwohlherzlichwillkommen-Paragraph
Seit Jahr und Tag haben Mammi und Papa ihren Sprössling umsichtig aufgezogen- wenn sie ihn jetzt schweren Herzens in die Hände eines anderen geben, dann sollte dieser bei Ankunft und Abfahrt §1 und §6 ganz besonders erfüllen!
§10 Der Nach-mir-die-Sintflut-Paragraph
Nur ein Ignorant glaubt, die Freizeit endet zum Schluss! Versuch doch auch am (bitteren) Ende noch hilfreich zu sein, beim Wegräumen, gestrandete Socken Sammeln etc. Triff dich mit deinem Team zu einer Nachbesprechung, sag was dir gefallen hat und was nicht so toll war, was man besser machen könnte, was repariert werden muss, was man unbedingt wieder machen sollte.
§11 Der „Das kleine Ich bin Ich“-Paragraph
Du kannst all das nur dann erfüllen, wenn du dich selber wohl fühlst; darum ist es wichtig, von Anfang an zu klären, was du dir erwartest, wo deine Talente und Grenzen liegen. Nimm dir ein wenig Zeit für dich selbst, bring Probleme aller Art im Team zur Sprache.

