2. Dezember

Last Christmas

An welches Weihnachtslied denkst du als Erstes? Ich muss ehrlich zugeben, das ist weder „Oh du fröhliche“ noch „leise rieselt der Schnee“, sondern das Lied, das gefühlt 90% der vorweihnachtlichen Radiosendezeit in Anspruch nimmt: „Last Christmas“. Musikalisch mag ich das Lied überhaupt nicht, auch der Text haut nicht vom Hocker und dennoch ist es definitiv das erste Lied, das mein Kopf mit Weihnachten in Verbindung bringt.

Ich denke an einen verschneiten Adventsmarkt, kalte Füße, einen warmen Glühmost, gebrannte Mandeln, Zeit mit Freunden, ein warmes zu Hause, lecker Essen. Es ist schön solche Dinge mit der Weihnachtszeit, der Winterzeit in Verbindung zu bringen.

Und dennoch haben diese Assoziationen, wie wir alle wissen, nicht viel mit der ursprünglichen Idee des Weihnachtsfestes zu tun. Gott wird Mensch, als schutzloses Baby, in einer rauen Umgebung. Für mich, für dich. Weil er mit uns in Beziehung leben will. Weihnachten zeigt, wie ernst Gott dieses Anliegen ist, wie wichtig ihm das ist. Das ist der Grund warum wir zu Recht Weihnachten feiern dürfen.

Wegen Weihnachten darf ich mir sicher sein: Wenn ich Gott mein Herz gebe, wenn ich mich ihm ganz anvertraue, brauche ich keine Angst haben, dass er mich am nächsten Tag sitzen lässt. Damit ist die Zusage des Weihnachtsfestes ein Kontrast zu der Erfahrung der Person in dem Lied („last christmas I gave you my heart. But the very next day you gave it away“). Was Gott an Weihnachten tut, ist ein Kontrast zu vielen Erfahrungen vom einsam sein, verlassen werden und vergessen sein. Gott macht sich auf den Weg zu den Einsamen, den Verlassenen, den Vergessenen.

In diesem Sinne wünsche ich eine gute Weihnachtszeit und Mut, Gott dein Herz, das was dich beschäftigt, in dieser Weihnachtszeit anzuvertrauen. Er wird dieses Vertrauen nicht enttäuschen.

Timon Weber
Diözesanjugendreferent EJ Kärnten-Osttirol