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Bodenversiegelung

Umweltpolitische Herausforderung der Zukunft

Bodenverbrauch und Bodenversiegelung zählen europaweit zu den großen umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft. Werden Böden versiegelt, gehen alle biologischen Funktionen verloren.

Die tägliche Flächeninanspruchnahme in Österreich beträgt im Durchschnitt 12,9 ha/Tag => das entspricht ca. 20 Fußballfelder/Tag.)
Das sind 47 km² im Jahr, die in Österreich jährlich für Wohnen, Gewerbe, Industrie und Freizeit in Anspruch genommen und somit der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden.

Die Folgen der Bodenversiegelung laut Bundesumweltamt Ö sind:

Werden Böden versiegelt, gehen alle biologischen Funktionen verloren. Dieser Prozess ist sehr schwer rückgängig zu machen. Die Entsiegelung von Böden ist ein kostspieliger und zeitaufwendiger Prozess. Zu bedenken ist auch, dass die Bodenneubildung langwierig ist, denn die Neubildung von 1 cm Humus dauert 100 bis 200 Jahre.

Historisch bedingt liegen die meisten Siedlungen in Regionen mit fruchtbarem Ackerland. Siedlungserweiterungen bedingen somit automatisch einen weiteren Verlust von produktiven Böden. Angesichts steigender Energiepreise und der höheren Nachfrage von Böden für die Produktion von Nahrungsmitteln und Biomasse gewinnen innerhalb der EU produktive Böden zunehmend an Bedeutung. Dieser Produktionsverlust entspricht dem jährlichen Nahrungsbedarf von etwa 20.000 Personen.

Durch zunehmenden Straßenbau werden Landschaften zerschnitten und die Ausbreitung und Wanderung von Pflanzen und Tieren unterbunden.

Die Zerschneidung von Lebensräumen kann durch Verschlechterung von Habitatbedingungen zur Abwanderung oder gar zum Verschwinden von Arten führen.

Hohe Versiegelungsdichten in hochwassergefährdeten Siedlungen erhöhen die Gefahr von Überschwemmungen. Ein Hektar funktioneller (unversiegelter) Boden kann 2.000 m³ Wasser speichern. Im Zuge der Klimaveränderung nehmen die Starkregenereignisse und somit die Überschwemmungen zu. Die Unterbindung der Versickerung von Wasser durch den Boden verhindert die Filterung von Schadstoffen aus dem Wasser und erhöht den Bedarf für die Ableitung von Oberflächenwasser über ein Kanalsystem und kann damit das Hochwasserrisiko verstärken.

Erst am 21.2.2019 kam ein Aufschrei aus Tirol, dass bis 2050 bei gleichbleibenden Flächenverbrauch das Inntal zugebaut wäre.

Unversiegelte Böden können Staubpartikel binden.
In Städten und stadtnahen Gebieten, wo die Staubbildung besonders hoch ist, liefern Stadtböden einen besonders positiven Beitrag zur Luftverbesserung.

Versiegelter Boden kann kein Wasser verdunsten.
In Siedlungsräumen mit hohen Versiegelungsraten führt dies zur Veränderung des Mikroklimas und zum Anstieg der lokalen Temperaturen.

Daher sind Parkanlagen und „grüne Inseln“ besonders wichtig.

Versiegelter Boden kann kein Kohlendioxid binden.