Innovationspreis - der Festakt

Now: outside the box – sichtbar innovativ

Am 10.10.2020 haben wir den ersten Innovationspreis 2020 der EJÖ im Rahmen eines Festaktes im Dschungel Wien an den Salzburger Verein “teilweise” verliehen und feiern alle Teilnehmenden aus fünf Bundesländern und ihre Projekte ausgiebig gefeiert.

    Das Gewinnerprojekt, der Verein „teilweise“ hat partizipativ mit Jugendlichen und für Jugendliche ein “offenes Jugendhaus” errichtet, in dem diese unabhängig von ihrer sozialen, ökonomischen, konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit Raum finden.

    Den Namen des Vereins nahm Bischof Michael Chalupka als Vorsitzender der Jury zum Ausgangspunkt seiner Laudatio: „‘Teilweise‘ – das klingt vorsichtig. ‚Teilweise‘ – das klingt zögerlich.“ Doch das sei hier nicht der Fall: Das Projekt wolle „etwas Mutiges und Beherztes. Es will Teilhabe ermöglichen und stärken. Es will Weisheit leben und geben.“ Hier werde Zugewandtheit und Neugier spürbar. Zugleich verweise der Name des Projekts auf seinen realistischen Anspruch:

      “Das Ganze sein wollen, ist Unsinn. Die Mehrheit sein wollen, ist Unsinn. ‘Wir sind ein Teil, nicht alles‘ – und daraus machen wir alles, was geht, für das Ganze, für unsere Nachbarschaft, für die Gesellschaft.“ Die Einsicht, selber ein Teil zu sein, öffne auch den Weg zum Wahrnehmen von Vielfalt, von Verschiedenheit. Das Anliegen, „die Jugendlichen vor Ort in ihrer ganzen weltanschaulichen und sozialen Vielfalt wahrzunehmen“, hat die Jurymitglieder besonders beeindruckt.

      Sechs Projekte aus fünf Diözesen wurden bei uns eingereicht, jedes einzigartig und unvergleichlich. Neben dem Siegerprojekt das Schladminger Videoprojekt “Reel Kids”, die “Mobile Kirche” aus dem Burgenland, das multimediale Projekt “Die Treppen gewendelt” der Burg Finstergrün, das “LIMA-Jugendzentrum” im kärntnerischen Lieser- und Maltatal und der Besuchsdienst “Di-Young-Konie” der Pfarrgemeinde Mödling.

        Schließlich traf die Entscheidung über den Gewinner eine Jury bestehend aus Bischof Michael Chalupka, Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell, Clara Akinyosoye (ORF), Patrick Todjeras (Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung), Marjan Kac (Westbahnhoffnung Villach), der früheren Jugendpfarrerin Petra Grünfelder und Thomas Nanz (EJÖ).

        Alle Kandidaten haben wir beim Festakt mit einem tollen Kurzvideo präsentiert und ihr findet sie hier nochmal zusammengefasst:

        Pfarrgemeinde Schladming in Zusammenarbeit mit dem Klangfilmtheater Schladming

        Die Evangelische Pfarrgemeinde Schladming hat ihr innovatives Projekt „Reel Kids“ eingesandt. Mädchen und Buben zwischen 5 und 12 Jahren wird durch das aktive Teilnehmen und Arbeiten an Filmen mit biblischen Botschaften (vom Skript über die Kamera bis zur Darstellung der Haupt- und Nebenpersonen) ermöglicht, christliche Botschaften direkt erfahrbar und begreifbar zu machen. Dabei werden die biblischen Themen modern, humorvoll und in kindgerechter Weise aufgegriffen.

        Gemeindereferent Paul Austerhuber: „Bei Reel Kids lernen Kinder durch aktuelle Medien, die sie lieben und mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind, biblische Inhalte. Die Eltern der Kinder und andere Erwachsene schauen diese Filme an und kommen dadurch auch mit der christlichen Botschaft in Berührung. Die Filme werden außerdem durch die sozialen Medien verbreitet, wodurch sie einer breiten Masse an Menschen zugänglich sind. Die Vermittlung zeitloser biblischer Werte durch das Produzieren und Zeigen von Filmen, ist sicherlich ein innovativer Zugang zur kirchlichen Arbeit mit Kindern.

        Durch das Projekt „Reel Kids“ können Kinder aus unterschiedlichen Milieus erreicht werden, da sich mit dem Thema „Film“ jedes Kind identifizieren kann. Neben den Kindern, die am Projekt teilnehmen, profitieren auch die Mitarbeiter*innen, die als Produzent*innen fungieren besonders stark von dem Projekt, da sie wertvolle Fähigkeiten durch das Leiten der Teams entwickeln.

        Die Nachhaltigkeit des Projekts ist sehr hoch einzuschätzen. Da jedes Kind seine Rolle im Filmteam selbst bestimmen kann (Kameramann, Schauspieler*in, Script Supervisor, etc.), fördert das Projekt individuell jedes Kind seine Gaben zu entwickeln. Weiters entwickeln die Kinder Fähigkeiten Videos selbst zu erstellen und eine gewisse Medienkompetenz. Da das Projekt aus wöchentlichen Treffen über mehrere Jahre besteht, werden Fähigkeiten gefestigt. Außerdem werden durch das Hören biblischer Inhalte und das Erstellen von Filmen über das Gelernte, christliche Werte gefestigt.“

        Filme von „Reel Kids“:

        Kettenreaktion 
        https://www.youtube.com/watch?v=Q8jdr83FzIQ&feature=youtu.be

        Süßigkeit
        https://youtu.be/KK4Y_6O4hw4

        Der Verein „teilweise“, zur Förderung offener Jugendarbeit im Salzburger Süden hat dieses innovative Projekt gestartet.

        Zielgruppe dieses Projekts sind Kinder und Jugendliche von 9 bis 17 Jahren, sowie junge Erwachsene, unabhängig von ihrer sozialen, ökonomischen, konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit. Im Laufe des Jahres 2020 soll dieses Projekt partizipativ mit den Jugendlichen entwickelt werden.

        Diözesanjugendreferent Oliver Binder: „Die Motivation, dieses Projekt zu beginnen, ist unser christlicher Glaube und Jesu Auftrag, diesen unter die Menschen zu bringen. Dieser Auftrag war ja nie auf Evangelische (allein) bezogen ;-), und so wollen wir gerade die Jugendlichen "erreichen", die bislang nichts "damit" zu tun hatten. Unsere konfessionellen Grenzen werden bewusst überschritten.

        Wir wollen an Gottes Sendung in diese Welt teilhaben (Missio Dei). Nicht wir treiben sie, sondern Gott selbst - und wenn's gut geht, entdecken wir sein Wirken und beteiligen uns daran. Deshalb wollen wir vorwiegend mit den Mitteln der Offenen Jugendarbeit für die Jugendlichen da sein, IHRE Sinn-, Lebens- und Glaubensfragen aufspüren und gemeinsam mit ihnen ins Gespräch, ins Glauben und Zweifeln darüber kommen.

        Ziel ist dabei nicht, die Jugendlichen in eine "unserer" Gemeinden zu integrieren (wenn sie es tun, ist es fein), sondern ggf. neue, eigene, millieuspezifische Wege des Glaubens zu entdecken, zu gehen und zu begleiten. Unser Projekt versteht sich auf diesem Hintergrund als eine freshX, als ein Erprobungsraum, als Kirche an anderem Ort, ...“

        Kooperationspartner sind u.a.:

        • 3 Evangelische Pfarrgemeinden, insbesondere Salzburg-Auferstehungskirche; Röm. Kath. Pfarrgemeinde Herrnau (Erentrudis)
        • Pfarrverbund Salzburg-Süd;
        • Evangelische Superintendenz Salzburg-Tirol (Vereinsmitglied);
        • Evangelische Jugend Salzburg-Tirol (Vereinsmitgliedschaft angefragt) ;
        • Big5 (vernetzende Jugendarbeit der 5 Pfarrgemeinden in und um Salzburg);
        • Evangelische Jugend Österreich (Vereinsmitglied);
        • fresh-x-Netzwerk Österreich;
        • Caritas-Schule für Wirtschaftliche und Sozialberufe (Projektpartner Frühjahr 2020);
        • Land Salzburg, Abteilung Jugend;
        • Bewohnerservice Salzburg-Süd (Stadtteilarbeit der Diakonie im Auftrag der Stadt Salzburg);
        • akzente Salzburg (Verein des Landes Salzburg für Jugendarbeit);
        • Österreichisches Rotes Kreuz (als Betreiber des Asylquartiers "Flussbauhof")

        Die Evangelische Jugend Burgenland hat 2019 ein besonders innovatives Projekt gestartet:

        Die Mobilekirche, ein Bauwagenkirche, mit aufklappbarem Kirchturm, die unterwegs ist zu jungen Menschen, die einen niedrigschwelligen Zugang brauchen für Stille, Begegnung, Gebet und Seelsorge.

        Diakon DSP Oliver Könitz: „Diese mobile Bauwagen-Kirche, mit aufklappbarem Kirchturm, ist die Erste für ganz Österreich."

        Der Bereich Jugendseelsorge für Veranstaltungen ist in Österreich noch nicht definiert. Die Mobilekirche bietet hier den ersten niederschwelligen Erfahrungs- und Erprobungsraum zum Aufbau von Jugendseelsorge, außerhalb von kirchlichen Gebäuden.

        Das Evangelium ist das Fundament dieses Projektes. Leitsatz sind die Worte des auferstandenen Christus (Mk 16,15) "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung". Die Mobilekirche soll hier eine offene Plattform für alle lebensbejahende interreligiöse Glaubensrichtungen bieten. Mit der Heiligen-Geist-Taube auf dem Kirchturm soll sie Glaubensgrenzen überwinden und zum lebendigen friedlichen Miteinander inspirieren.

        Die Mobilekirche bietet einen Erprobungsraum für alle kirchlichen Mitarbeitenden, die mit ihren Projekten hinaus in die Welt gehen möchten. Besonders kirchenferne Menschen können auf Festivals und öffentlichen Plätzen in ihrer Lebenswelt direkt und persönlich erreicht werden.

        • Durch die Öffnung der "Predigtklappe" kann sie hunderte von Menschen gleichzeitig erreichen, aber auch geschlossen einen ruhigen Rahmen, auf 5 mal 2,20 Meter, für sensible Einzel- und Gruppen- Gespräche bieten.“

        https://www.mobilekirche.at

        Die „Tafelrunde“ ist ein ehrenamtlicher Mitarbeiter*innenkeis, der eng in die Arbeit des Burgrats der Burg Finstergrün eingebunden ist. Die Burg Finstergrün gehört seit 1972 der Evangelischen Jugend Österreich und steht im Salzburger Lungau. Mit dem Projekt „Die Treppen gewendelt“ möchte die Tafelrunde eine persönliche, spirituelle und virtuelle Verbindung zwischen der Burg Finstergrün und dem christlichen Glauben herstellen. Das Konzept selbst besteht aus vier Teilen, die zusammen das Projekt „Die Treppen gewendelt“ ergeben.

        Michael Dufek: „Diese vier Teile sind: ein neu komponierter meditativer Kanon, der „virtuelle Chor“, verschiedene persönliche Beziehungen zur Burg Finstergrün und ein Film mit tollen Luftaufnahmen, der auf YouTube veröffentlicht wurde."

        1.) Meditativer Kanon mit dem Titel „Die Treppen gewendelt“

        Der für das Fest „70 Jahre Evangelische Jugend auf Burg Finstergrün“ (September 2019) komponierte Kanon ist das Herzstück und der Namensgeber dieses Projekts.

        Die Treppen gewendelt in den Turm
        und Mauern felsenfest gegen den Sturm.
        Wo Gottes Liebe unser Herz berührt,
        Burg Finstergrün – erlebt, entdeckt, gespürt.

        Auf den ersten Blick beschreibt der Text einfach nur die Burg Finstergrün. Auf den zweiten Blick ist der Text aber viel tiefgründiger und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Glauben. (….)“

        [Liedblatt hier downloaden...]

        2.) Ein „virtueller Chor“ entsteht

        „Was in Corona-Zeiten gar nicht mehr so besonders ist, war im September 2019 noch ein großes Experiment. (…) Rund 20 Personen haben im Winter unabhängig voneinander das Lied einstudiert und individuell zu Hause aufgenommen. Danach wurden die Aufnahmen zentral gesammelt, digital bearbeitet und mit Instrumenten zu einem Lied zusammengesetzt. Die Sängerinnen und Sänger haben sich nie getroffen. Das Gemeinsame entstand ausschließlich im virtuellen Raum.“

        3.) Persönliche Zugänge und Beziehungen zur Burg Finstergrün

        „Parallel zum Aufruf, beim virtuellen Chor mitzusingen, wurden verschiedene Personengruppen gebeten, ihre persönlichen Beziehungen zur Burg niederzuschreiben und uns zu schicken. Auch beim „70 Jahre Fest“ waren solche persönlichen Notizen ein Bestandteil des Festprogramms. Eine Auswahl dieser verschiedenen Texte wurde gekürzt übernommen und als Inserts in den Film (…) eingeblendet. Diese Sätze zeichnen ein buntes Bild mit den verschiedenen Zugängen zur Burg Finstergrün. (…)“

        4.) Ein Film mit Luftaufnahmen der Burg Finstergrün auf YouTube

        „Um den Kanon, den virtuellen Chor und die persönlichen Beziehungen in einem innovativen Rahmen zusammenzusetzen, wurden verschiedene Drohnen-Aufnahmen, die in den letzten Jahren entstanden sind, genutzt, um daraus einen kurzen Film zu machen. Die Verbreitung des Films über YouTube im Internet ermöglicht es, den Film einem größeren Publikum zu zeigen. (…)“

        Das Ergebnis dieses Projekts befindet sich hier:

        Evangelisches Jugendzentrum Lieser-Maltatal „LIMA Jugendzentrum“

        Der evangelische Gemeindeverband Lieser-Maltatal hat das Projekt „LIMA Jugendzentrum“ eingereicht, das besonders Jugendliche ab der Konfirmation und junge Erwachsene im Blick hat. Platz und Freiräume für alternative Gottesdienstformen und Begegnungen soll das Jugendzentrum ermöglichen.

        Bernd Stamm: „Die Ausrichtung auf die 20-30jährigen steht im verstärkten Fokus, da sie in den Angeboten (der Kirche und allgemein) meist durchs Raster fallen. Das LIMA Jugendzentrum versteht sich als wesentlicher Beitrag zur Heimatbindung dieser Altersgruppe. Junge Familien mit kleinen Kindern spielen eine besondere Rolle. In den Angeboten treffen dann aber oft alle Generationen aufeinander, so sind die Gottesdienste z.B. in der Form an den jungen Erwachsenen orientiert, aber offen für alle.“

         „‚Willkommen Zuhause‘ lautet unser Motto – Jugendliche und junge Erwachsene sollen geistliche und emotionale Heimat finden. Wir wollen das erreichen durch einladende Gemeinschaft, frische Formen, lebensverändernde Prägung, regionale Relevanz und weltweite Verbundenheit. Eine gesunde und starke Vernetzung in der Region sehen wir dafür als wichtige Grundlage – mit kirchlichen als auch säkularen Partnern.“

          „In erster Linie erreichen wir Jugendliche und junge Familien, die bereits mit der kirchlichen Jugendarbeit in Berührung kamen, aber durch die traditionellen Angebote nicht erreicht werden. Viele junge Mütter und Väter können z.B. durch die neuen Lebensumstände nicht mehr in „ihren“ Jugendkreis gehen, wünschen sich aber eine neue „Heimat“. (…) Gerade für Kleinkinder sind die „normalen“ Kirchenräume zu kalt und nicht auf Spielbereiche ausgerichtet. Wir erreichen ebenso Erwachsene, die alternative und frischere Gottesdienstformen suchen. Wir setzen auf die langfristige Wirkung der Mundpropaganda und persönliche Kontakte. (…) Geplant sind in Zukunft die Ausweitung von Kreativ-Workshops und erlebnisorientierten Outdoor-Aktionen. Von deren niederschwelligen Charakter erwarten wir uns noch eine größere Streuwirkung.“

        „Jugendliche werden befähigt, ermutigt und bekommen Möglichkeiten sich auszuprobieren. Der ehrenamtliche Anteil ist sehr hoch, auch in Leitungspositionen. Das fördert Selbständigket, Eigeninitiative und bewahrt vor hauptamtlicher Abhängigkeit. Das Projekt ist stark vernetzt. Es hat einen ergänzenden Charakter und füllt unbesetzte Nischen. Man erzielt Synergien und entwickelt Freiräume. Der Auftrag als Jugendzentrum öffnet Türen in den säkularen Raum – und fordert immer wieder auf, kirchliches Anliegen relevant zu übersetzen. Die kirchliche Anbindung schafft Vertrauen in der Bevölkerung.“

         

        Di-young-konie

        Die evangelische Pfarrgemeinde A.B. Mödling beteiligt sich mit einem jugenddiakonischen Projekt, das somit als erste jugenddiakonsche Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Evangelischen Kirche Österreichs gerade am Entstehen ist. Jugendliche und junge Erwachsene sollen so auf lokaler Ebene durch unterschiedliche diakonische Projekte zum Dienst am Mitmenschen motiviert werden.

        Leonhard Jungwirth, Lehrvikar: „Die Heilige Schrift ist voll Worten und Erzählungen, die zu diakonischer Nächstenliebe ermutigen. Mit dem Projekt der "Di-young-konie" gelingt es, nunmehr auch Jugendliche und junge Erwachsene für die tätige Nachfolge Jesu zu gewinnen (Joh 13,14 f.), sie zum vorbehaltlosen Dienst am Mitmenschen zu ermutigen (Lk 10,27b) und ihr Sensorium für die Bedürfnisse und Nöte der Mitmenschen zu erhöhen (Gen 4,9; Ex 3,7; Mt 25,31-46 etc.). Diakonische Verantwortung kann auf diesem Wege in Jugendkultur und Gesellschaft verankert werden: Jugendliche und junge Erwachsene erfahren ihr diakonisches Engagement als sinnvoll und sinnstiftend ("Es hilft einem selbst, anderen zu helfen") und/oder als tätige Vertiefung ihres Glaubenslebens. Sich selbst als hilfreich für Mitmenschen zu erleben, erzeugt einen Kreislauf von Dankbarkeit mit dem Erleben, Teil einer vielfältigen Gemeinschaft zu sein.“

        „Schon im Konfirmand*innenunterricht und über das Mitarbeiter*innenaufbauprogramm der Evangelischen Pfarrgemeinde Mödling ("Backstage" für 14- und 15-Jährige) wird jugenddiakonische Nächstenliebe in kleineren Projekten eingeübt und erstmals auch theoretisch vertieft. 16- bis 30-Jährige unterschiedlichster Herkunft (kirchlich oder nicht-kirchlich), verschiedener Frömmigkeitstypen und sozialer Milieus können sodann über das Angebot der "Di-young-konie" zu einer teils angeleitet und teils selbst planenden jugenddiakonischen Arbeitsgemeinschaft zusammengeführt werden. (…) Das "Di-young-konie"-Angebot der Evangelischen Pfarrgemeinde vermag zudem tendenziell auch Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen, die "kirchenfern" oder "unkirchlich" geprägt sind.“

        „Ziel des Projekts ist es einerseits, die "jugenddiakonische Arbeit" in das Gemeindeangebot und Gemeindeleben der Evangelischen Pfarrgemeinde Mödling zu implementieren. Damit trägt es längerfristig zur Bildung von Gemeinschaft und damit zum Gemeindeaufbau bei. Die rege Nachfrage seitens der Jugendlichen (auch außerhalb der "Pfarrgemeindegrenzen") wie auch der anhaltende Bedarf an diakonischer Arbeit garantieren die Nachhaltigkeit dieses Teilprojekts. Andererseits versteht sich das Projekt der "Di-young-konie" als bottom-up-Projekt, das von Gemeindeebene aus zahlreiche weitere derartige oder ähnliche Projekte entweder in anderen Pfarrgemeinden oder auf diözesaner Ebene anstoßen und deren Aufbau unterstützen will. Derzeit befindet sich z. B. ein erstes jugenddiakonisches Projekt auf diözesaner Ebene in Niederösterreich im Aufbau (Besuchsdienste in Covid19-Zeiten), das maßgeblich von der "Di-young-konie" Mödling unterstützt wird.“

        Weiterführende Links:

        [Bericht: Benefizkonzert]

        [Infovideo: Timesharing]

         

        Projekte die aufrütteln vor den Vorhang

        Jedes der eingereichten Projekte zeige, wie kreativ sich viele in den Pfarrgemeinden im ganzen Land engagierten, würdigte Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell die Initiativen in einer in ihrer Abwesenheit verlesenen Grußbotschaft. „Sie zeigen auf, was alles möglich ist, rütteln auf, Dinge anzupacken, ich bin stolz auf alle jungen Menschen, die hinter den Projekten stehen.“ Sie sieht diese auch als Auftrag an die Gesamtkirche, „es euch Jungen nachzumachen“.

        Das große Ziel hinter der Idee des Innovationspreises sei es eine Plattform zu schaffen, “die unser Tun zeigt, unsere innovativen Entwürfe und Planungen, mutiges Neudenken in Bereichen, die nicht ohne Tradition auskommen, aber auch den heutigen Blick benötigen, um weiterbestehen zu können”, erklärte die frühere Jugendpfarrerin Petra Grünfelder als eine der Initiator*innen des Preises. “Was wir tun möchten: Wir wollen Euch zeigen, Euch vor dem Vorhang sehen.”

        Für das musikalische Rahmenprogramm des Abends sorgten die Wiener Diözesankantorin Yasuko Yamamoto am Klavier und Jan Equiluz mit der Trompete.
        Durch den Abend führten die Moderator*innen Dominik Knes und Caroline Ruttner.

        Dotiert ist der Innovationspreis der EJÖ mit 5000 Euro. Ende 2019 haben wir alle Pfarrgemeinden, Werke, Vereine, Initiativen und diakonische Unternehmen innerhalb der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich mit Projekten, die zwischen 2015 und 2020 realisiert worden sind oder gerade realisiert werden, zur Teilnahme aufgerufen. Damit wollen wir sichtbar innovative Projekte aus dem evangelischen Umfeld vor den Vorhang holen, bei denen Menschen (neu) erreicht werden, die wir sonst mit kirchlichen Angeboten nicht (mehr) erreichen, und bei denen das Evangelium durch Wort und/oder Tat zum Leuchten gebracht wird und Sinn-, Lebens- und Glaubensfragen ihren fixen Platz haben. Die Projekte haben sich dabei an einer Zielgruppe von Kindern und jungen Erwachsenen bis 30 Jahre orientiert.

        Flyer

        Das Gewinnerprojekt erhält einen Preis in Höhe von € 5.000,-.

        Kontakt