Online Aktion zum Gedenken an Sophie Scholl und die "Weiße Rose"

anläßlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl

Wir wollen den 100. Geburtstag von Sophie Scholl am 9. Mai 2021 hier online feiern und uns an sie und ihre Mitstreiter*innen der „Weißen Rose“ erinnern.

Bis zu ihrem Geburtstag werden wir auf facebook und instagram jeweils an zwei Tagen pro Woche unter dem Hashtag #sophiescholl100 Wissenswertes und Spannendes über Sophie Scholls Leben, die Weiße Rose und ihre Bedeutung für heute im Feed und den Stories  posten.

Du kannst dich miteinbringen und Preise gewinnen! Stay tuned...

UND: Wir posten 1x pro Woche alle eure Posts mit dem Hashtag #sophiescholl100 in unseren Stories

4.5.: Was nehmen wir uns von der Weißen Rose in unsere heutige Zeit mit?

"…und ihr Geist lebt trotzdem weiter."

VI. Flugblatt der "Weißen Rose"

Wofür steht die Weiße Rose heute? Student*innen der LMU München reflektieren:
https://www.youtube.com/watch?v=xq4A60czqe0

„Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die mir aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen.“
Sophie Scholl am Ende des Gestapo-Verhörs, 1943

Die Mitglieder der „Weißen Rose“ waren im tiefen Glauben an das Evangelium miteinander verbunden. Daraus folgte für sie, dass Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Menschenwürde und Gerechtigkeit für alle Menschen gelten müssen, egal welcher Herkunft oder Religion. Das Beispiel der „Weißen Rose“ zeigt uns auch bis heute, wie wichtig es ist, für Demokratie und Menschenrechte einzustehen und mit friedlichen Mitteln gegen Krieg und totalitäre Systeme, gegen Menschenverachtung aufzustehen. Aber: ist es gerechtfertigt, die heutige Situation der Pandemie, mit der Zeit der NS-Diktatur zu vergleichen? Was unterscheidet die Situation damals von der heutigen? Ist es zulässig, sich „wie Sophie Scholl“ zu fühlen beim Protest gegen Maßnahmen, die uns und unsere Mitmenschen vor Krankheit und Todesgefahr schützen sollen? Ist es legitim sich mit NS-Opfern des Holocaust zu vergleichen und sich einen NS-„Judenstern“ mit der Aufschrift „Impfgegner“ anzuheften?

Missbräuchliche Vergleiche von NS-Symbolen und Ikonen des NS-Widerstandes:
Wissen2go:
https://www.youtube.com/watch?v=rUUOb3MRz-I

Appel der Weißen Rose Stiftung, eV München und der Nachkommen der Mitglieder der Weißen Rose:

Leider aus aktuellem Anlass: In Demonstrationen werden erneut Symbole, die für die Weiße Rose stehen, missbräuchlich verwandt. Dies missbilligen wir ebenso wie die Nutzung von Namen von Mitgliedern der Weißen Rose in Fake-Schreiben an AmtsträgerInnen. 

Die Widerstandsgruppe Weiße Rose steht zeitübergreifend für Freiheit, Toleranz und Achtung der Menschenwürde. Wer aggressiv und ausgrenzend gegen Minderheiten und Andersdenkende vorgeht, kann sich nicht auf sie berufen. Er verstößt vielmehr gegen die ethischen Grundprinzipien, für die die Weiße Rose nach wie vor steht. Wir halten es daher für verwerflich, wenn einzelne Personen der Widerstandsgruppe aktuell aus höchst durchsichtigen parteipolitischen Werbezwecken als Gallionsfiguren missbraucht werden.

Die Widerstandsgruppe Weiße Rose hat 1942/43 in sechs Flugblättern an das Gewissen und die Verantwortung der deutschen Bevölkerung appelliert, für Freiheit und Frieden einzutreten. Damals wurden Millionen Menschen ausgegrenzt und ermordet, heute gilt es, eine liberale, offene Gesellschaft zu erhalten und unsere Demokratie zu sichern.

Die Weiße Rose Stiftung e.V. sieht es als ihre Aufgabe, über die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur das Bewusstsein für unsere Gegenwart zu schärfen und sich gegen eine Instrumentalisierung hochgeachteter Personen des Widerstands zu wenden. Der aktuelle Missbrauch durch Vertreter der AfD ist auf das Schärfste zu verurteilen.

Gez. Hildegard Kronawitter, Vorsitzende | Weiße Rose Stiftung e.V.

Die Werte der Weißen Rose dürfen nicht missbraucht werden!
https://www.weisse-rose-stiftung.de/

 

Was wir heute noch von der „Weißen Rose“ lernen können (Sonntagsblatt):
https://www.youtube.com/watch?v=M3jnGqeaNlU

Diakoniedirektorin Maria Katharina Moser über Sophie Scholl:
https://oe1.orf.at/player/20210504/640675

30.4.: Verfolgung und Prozess

"So ein herrlicher sonniger Tag, und ich muss gehen. - Aber wie viele müssen auf den Schlachtfeldern sterben, wie viele junge, hoffnungsvolle Männer ... Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln 1000e Menschen aufgerüttelt und geweckt werden."

Sophie Scholl, am Tag vor ihrer Hinrichtung

Die Flugblätter zu schreiben, zu drucken, zu verteilen, mit der Post zu verschicken, heimlich Botschaften an die Wand zu pinseln, war lebensgefährlich. Selbst mehr Briefmarken zu kaufen, mehr Papier zu besorgen als üblich, war bereits verdächtig.
Die Gefahr denunziert zu werden war groß. So auch am 18. Februar 1943. Während die Student*innen der Universität München in den Hörsälen waren, verteilten Hans und Sophie Scholl 1700 Flugblätter in der Aula der LMU. Sophie warf einen Stoß Flugblätter von der Brüstung des 2. Stockwerks in den Lichthof der Universität. Der Hausschlosser, Mitglied der SA, entdeckte die Flugblätter, hielt Hans und Sophie Scholl auf und überantwortete sie der Polizei.
Noch am selben Tag wurden sie in der Gestapo-Zentrale verhört. Auf der Rückseite ihres Verhörprotokolls schrieb Sophie Scholl in geschwungenen Buchstaben „Freiheit“. Hans Scholl hatte den von Christoph Probst handgeschriebenen Entwurf für ein neues Flugblatt bei sich. Hans und Sophie Scholl versuchten noch Christoph Probst zu schützen und beim Verhör seine Rolle in der Widerstandsgruppe klein zu reden, aber es half nichts.
Auch Christoph Probst wurde verhaftet und verhört. Die Verhöre dauerten bis zum 21. Februar. Am 22. Februar wurden alle drei wegen „Hochverrats“ vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Gefängnis München Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.

Die „Weiße Rose“ vor dem Volksgerichtshof:
https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61058/volksgerichtshof

Das Urteil im Wortlaut:
https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61067/todesurteil

Brief an die Eltern der Geschwister Scholl von Else Gebel, 1945:
http://www.mythoselser.de/texts/scholl-gebel.htm

Hildegard Hamm-Brücher, eine Zeitzeugin berichtet:
https://www.youtube.com/watch?v=oMVhs5ZtsoA&t=41s

Trailer: Sophie Scholl – die letzten Tage; Regie: Marc Rothemund
https://www.youtube.com/watch?v=PKRQHQtyn5A

Am 19. April 1943 wurden Prof. Dr. Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell im „zweiten Prozess“ durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 13. Juli 1943 wurden Dr. Huber und Alexander Schmorell im Gefängnis München Stadelheim hingerichtet.  Auch Freund*innen und Wegbegleiter*innen der Mitglieder der „Weißen Rose“ wurden ausfindig gemacht und im zweiten Prozess durch den Volksgerichtshof zu unterschiedlich langen Gefängnisstrafen verurteilt: Hans und Susanne Hirzel, Franz J. Müller, Heinrich Guter, Eugen Grimminger, Heinrich Bollinger, Helmut Bauer, Falk Harnack, Gisela Schertling, Katharina Schüddekopf und Traute Lafrenz.
Am 12. Oktober folgte die Hinrichtung Willi Grafs, nachdem die Gestapo vergeblich versucht hatte, weitere Namen von Mitgliedern aus ihm zu herauszupressen.

27.4.: Die Gegner - und der Widerstand

„In einem Staat rücksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungsäußerung sind wir aufgewachsen. HJ, SA und SS haben uns in den fruchtbarsten Bildungsjahren unseres Lebens zu uniformieren, zu revolutionieren, zu narkotisieren versucht.“

Aus dem VI. Flugblatt der „Weißen Rose“

„Und sie werden nicht mehr frei sein, ihr ganzes Leben“, verkündete Adolf Hitler in seiner„Reichenberger Rede“ am 2. Dezember 1938.
Die Nationalsozialisten setzten auf die Jugend. Burschen sollten auf den Krieg und Mädchen auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet werden. Die starke Beeinflussung der Jugend begann ab der Geburt.
Das Leben und die Erziehung wurden von der NS-Ideologie geprägt und durchdrang alle Lebensbereiche der Kinder und Jugendlichen (Schulunterricht, Sportveranstaltungen, Kino-Filme, Lieder, Ferienlager, etc). Durch das „Deutsche Jungvolk“, die Hitlerjugend (HJ), den „Jungmädelbund“ (JM), den Bund Deutscher Mädel (BDM), die Kinderlandverschickungslager (KLV), durchexerziert mit militärischem Drill sollte eine Jugend „flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ zu einer „Elite“ herangezogen werden. Parteiveranstaltungen der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei) wurden zu großen Sportinszenierungen, bei der die Jugend instrumentalisiert wurde für die NS-Propaganda.
Die weiteren Stationen einer „erfolgreichen NS Karriere“ waren die Mitgliedschaft bei der SA (Sturmabteilung) und bei der SS (Schutzstaffel).
Die NS-Führung benützte die Sehnsucht der Jugendlichen nach Gemeinschaft, die Freude an Erlebnissen in der Natur und am Sport, um die jungen Menschen für ihre Zwecke zu formen und sie ganz und gar zu vereinnahmen, zum absoluten Gehorsam, zum Kampf im Krieg, ja bis hin zur Mitarbeit an Verbrechen an Menschen, die nicht dem Werteschema der Nationalsozialisten entsprachen.

Wissen2go - Jugend unterm Hakenkreuz:
https://www.youtube.com/watch?v=iraKtSfVgFk

Die Jugend sollte bereit sein zum aufopfernden Tod im Krieg für Adolf Hitler bis zum „bitteren Ende“. In den letzten Kriegstagen wurden Jugendliche noch benützt, um die ankommenden Truppen der Alliierten (die Truppen, der gegen Hitler verbündeten Staaten) im Deutschen Reich aufzuhalten und sich ihnen mit Waffen entgegenzustellen.

Ausschnitt aus „Die letzte Brücke“, Regie: Bernhard Wicki, 1959
https://www.youtube.com/watch?v=uecjvBaF_Oo


Dagegen wollten sich Widerstandsgruppen wie die „Weiße Rose“ wehren.

Ausschnitt aus „Die Weiße Rose“, Regie: Michael Verhoeven:

https://www.facebook.com/watch/?v=949743145079100


Neben der „Weißen Rose“ gab es noch weitere Jugendbewegungen im Widerstand, z.B: „Die Edelweißpiraten“ und die „Swing-Jugend“.

Die Edelweißpiraten“:              
https://www.youtube.com/watch?v=t6Vw_bUj0B4

https://youtu.be/IrUsjRLF4pA

Lilienthal: Edelweißpiraten
https://www.youtube.com/watch?v=MQTbrVGJvtk

Die „Swing-Jugend“:                                 
https://www.youtube.com/watch?v=nEE4aysubJU

Ein Zeitzeuge erzählt:Hans-Jürgen Massaquoi: Swing-Jugend in Hamburg
https://www.youtube.com/watch?v=baZ6RQkbytU

Nicht angepasste Jugendliche: 
https://www.bpb.de/izpb/239461/nicht-angepasste-jugendliche

Widerstand: der Zeitzeuge Herbert Traube erzählt:
Musik: „Laut fragen“
https://youtu.be/EbS63UIw0-g

23.4.: Zitate

„Denn gegen die Dürre des Herzens hilft nur das Gebet, und sei es noch so arm und klein.“

Sophie Scholl

Heute haben wir einige spannende, berührende, zeitlose Zitate der Protagonisten der "Weissen Rose":

Sophie Scholl schrieb ihrem Freund Fritz Hartnagel, einem Wehrmachtsoffizier, zahlreiche Briefe. Fritz war im Krieg und die Briefe waren oft für lange Zeit die einzige Möglichkeit Gedanken auszutauschen.
Sophie Scholl: „Der Mensch soll ja nicht, weil alle Dinge zwiespältig sind, deshalb auch zwiespältig sein.“ „Du weißt, wie sehr ein Menschenleben wiegt, und man muss wissen, wofür man es in die Waagschale wirft.“
"Manchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. Ich mag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und böse, ist es feige, sich von ihr abzuwenden."

Sophie Scholl, aus den Verhörprotokollen: „Das Gesetz ändert sich, das Gewissen nicht.“

Hans Scholl schrieb an seinen Freund Alfred Reichle:
„Durch alle Nacht hindurch leuchtet ein dauerndes Licht. Und es war vielleicht (…) die Nacht und das Grauen notwendig, dass dieses Licht erschiene. Mir jedenfalls war es notwendig.“

Alexander Schmorell in einem Brief an seine Freundin Angelika Probst:
„Denn nichts ist schöner als die Freiheit des Gedankens und die Selbstständigkeit des eigenen Willens, wenn man sie nicht fürchtet. Hier versucht man, uns sie zu rauben und sie uns vergessen zu machen oder sich von ihr zu trennen, aber das wird ihnen nicht gelingen!“

Christoph Probst in einem Brief an seine Frau Elise Probst:
„Wenn es Dir schlecht geht, so denke nur immer an das Herrlichste, was uns armen Menschen vom Himmel gegeben ist, die Liebe.“

Christoph Probst, 27. Juli 1942: „Auch im schlimmsten Wirrwarr kommt es darauf an, dass der einzelne zu seinem Lebensziele kommt, zu seinem Heile kommt, welches nicht in einem ‚Erreichen’ gegeben sein kann, sondern nur in der inneren Vollendung seiner Person.“

Willi Graf in einem Brief an seine Schwester Anneliese:
„Schwer ist es, daß man solchen Problemen immer allein gegenübersteht, kein anderer Mensch kann einem die Last von den Schultern nehmen. Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung.“

Podcast: Die Briefe von Alexander Schmorell und Christoph Probst, Residenztheater München
https://www.residenztheater.de/resi-liest/die-weisse-rose

20.4.: Die Themen der Weißen Rose

„Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa.“

Hans Scholl

Die Grundhaltung der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ in ihrem Auftreten für Frieden und passiven Widerstand gegen die NS Diktatur lässt sich in einigen Themen zusammenfassen:
Gewissen, Freiheit Menschenwürde, Gerechtigkeit und Verantwortung.
Und der christliche Glaube, der in der Widerstandsgruppe konfessionsübergreifend und tragend war.
Die Mitglieder der „Weißen Rose“ folgten ihrem Gewissen und erkannten, dass die Werte des Evangeliums in völligem Gegensatz zum Nationalsozialismus und seinen Kriegsbestrebungen standen.

„Gibt es, so frage ich Dich, der Du ein Christ bist, gibt es in diesem Ringen um die Erhaltung Deiner höchsten Güter ein Zögern, ein Spiel mit Intrigen, ein Hinausschieben der Entscheidung in der Hoffnung, daß ein anderer die Waffen erhebt, um Dich zu verteidigen? Hat Dir nicht Gott selbst die Kraft und den Mut gegeben zu kämpfen? Wir müssen das Böse dort angreifen, wo es am mächtigsten ist, und es ist am mächtigsten in der Macht Hitlers.“
(aus dem IV. Flugblatt)

Flugblätter gegen den Krieg, gegen die Vernichtung der Juden und Jüdinnen und Aufruf zum passiven Widerstand:
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/die-geschwister-scholl-auschnitt-3_x-100.html

Die Flugblätter der „Weißen Rose“:
"Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!"
(aus dem IV. Flugblatt)
https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61008/die-flugblaetter-im-wortlaut

 

16.4.: Die Mitstreiter*innen

„Leistet passiven Widerstand, Widerstand, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist…“

Aus dem ersten Flugblatt; 1942

Was bedeutet es, Widerstand in einer Diktatur zu leisten? Welche Gefahren drohen? Wie war es damals möglich, sich zu vernetzen? Der engere Kreis der „Weißen Rose“ bestand aus Hans Scholl, AlexanderSchmorell, Willi Graf, Christoph Probst und Sophie Scholl. Hans Scholl und sein Freund Alexander Schmorell, beide Medizinstudenten, hatten die Idee zur „Weißen Rose“.Willi Graf, ebenfalls Medizinstudent, stößt ein Jahr später, 1942 dazu. Durch seinen Freund Alexander Schmorell, lernte auch Christoph Probst Hans Scholl kennen. Der Medizinstudent Christoph Probst war bereits verheiratet und Vater von zwei Kindern. Die ersten vier Flugblätter wurden 1942 von Hans Scholl und Alexander Schmorell verfasst.  Willi Graf, Hans Scholl und Alexander Schmorell wurden Ende 1942 an die Ostfront abkommandiert. Nach ihrer Rückkehr suchten sie verstärkt Kontakt zu anderen Widerstandsgruppen. Unter dem Eindruck des Krieges und NS Kriegsverbrechen schrieben sie Freiheitsparolen auf Hausfassaden. 1942, nach Ende ihres Reichsarbeitsdiensts, ließ sich die „Jungmädelscharführerin“ und ausgebildete Kindergärtnerin  Sophie Scholl für Philosophie und Biologie an der Ludwig Maximilians Universität München (LMU) einschreiben und schloss sich dem Widerstand aktiv an. Der Philosophieprofessor an der LMU, Dr. Kurt Huber, unterstützte die Gruppe und war Mitverfasser des VI. Flugblattes. 1943 wurden das V. und das VI. Flugblatt verfasst, verschickt und verteilt.

Die Weiße Rose – Mitglieder, Mitstreiter*innen:
https://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse_rose/pwiediemitgliederderweissenrose100.html

Herstellung der Flugblätter:
https://www.youtube.com/watch?v=hT-SqHfN_AA

Es gab aber zahlreiche Freunde und Freundinnen, die eingeweiht waren und auch mitarbeiteten beim Verteilen und Verschicken der Flugblätter. Die Flugblätter wurden bis nach Hamburg und Wien verschickt und verteilt. Die „Weiße Rose“ wollte damit vortäuschen, die Widerstandsbewegung sei weit verbreitet im Deutschen Reich. Alle Aktivist*innen waren großer Gefahr ausgesetzt verhaftet, zu schweren Gefängnisstrafen oder zum Tode verurteilt zu werden. Und nicht nur sie, auch ihre Familienangehörigen und Mitwissende.

Freund*innen und Mitstreiter*innen der „Weißen Rose“:
https://www.youtube.com/watch?v=xU8X_lkUo1A

Nur noch wenige der Mitstreiter*innen der Weißen Rose leben noch heute und erzählen als Zeitzeuginnen über ihre Erlebnisse in der NS Zeit: Traute Lafrenz-Page und Ilse Ledien.

Traute Lafrenz-Page:
https://www.youtube.com/watch?v=BItp4TNVQc0

Ilse Ledien und Marie-Luise Schultze-Jahn erzählen über Hans und Maria Leipelt.
https://www.youtube.com/watch?v=-wpaEenH5Hk&t=113s

13.4.: Die weiße Rose – Was steht dahinter

„Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen.“

Sophie Scholl

Die „Weiße Rose“ entwickelte sich aus einem Kreis guter Freunde, Studenten an der Uni in München, der zur Widerstandsgruppe gegen das NS Regime wurde.

Sie setzte sich für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und vor Allem gegen das NS Regime, mit Berufung auf christliche und humanistische Werte aus der Tradition der bündischen Jugend, ein. Der Kern der Gruppe „Weißen Rose“ bestand aus den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst.
Zwischen Mitte 1942 und 1943 verfassten sie sechs Flugblätter mit Auflagen bis zu 9000 Stück die im Raum München und süddeutechen Raum, von denen das sechste das bekannteste Flugblatt wurde, da es millionenfach von der Royal Airforce über Deutschland abgeworfen wurde. In den Flugblättern thematisierten sie Verbrechen des Regimes und riefen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Ihre Zukunftsvision war ein föderalistisches Deutschland in einem vereinten Europa nach dem Krieg.

Bis heute sind die Themen der Weißen Rose, Freiheit, Toleranz, Positionierung gegen Rassismus und Antisemitismus, Willkür, aktuell und wichtig geblieben.

Film der Gedenkstätte Weiße Rose Stiftung e.V:
https://www.youtube.com/watch?v=71gUU008MVQ

Weiße Rose App zum kostenlosen Download:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.fabulapp.weisserose&hl=de_AT&gl=US

9.4.: Sophie stellt sich vor

„Wenn ich auch nicht viel von Politik verstehe und auch nicht den Ehrgeiz habe, es zu tun, so habe ich doch ein bisschen ein Gefühl, was Recht und Unrecht ist.“

Sophie Scholl 9. Mai 1921 bis 22. Februar 1943

Ich wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg (Baden-Württemberg) geboren. Ich wuchs zusammen mit meinen Geschwistern Inge, Hans, Elisabeth und Werner als viertes Kind meiner Eltern Magdalena, einer ehemaligen Diakonissin, und Robert, einem überzeugten Pazifisten, in Ludwigsburg und Ulm auf. Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die Nationalsozialist*innen 1933 veränderte sich das Leben in Deutschland und das unserer protestantisch liberal geprägten Familie.

Sophie Scholl war unangepasst, selbstbewusst, künstlerisch und sprachlich begabt. Ihr Widerstand gegen das Unrecht im NS-Staat kostete sie das Leben. Vor 100 Jahren wurde sie in Württemberg geboren. Was hat die junge Frau geprägt?
Mit viel innerer Freiheit - Sophie-Scholl, die-Unbeugsame

Aber wer war Sophie Scholl? Und warum ist sie so bedeutend? Hier findet ihr ein paar Antworten auf eure Fragen.
Zeitklicks.de über Sophie Scholl
gdw-berlin.de - Biographie Sophie Scholl

Podcast über Sophie Scholl aus dem Jahr 2020:
dradio.de - Gespräch mit  Robert M. Zoske zu Sophie Scholl