Plädoyer der JULÖ für Frieden und ein Fürbittengebet

Die Probleme der Zukunft sind auch ohne Krieg für Kinder und Jugendliche weltweit überwältigend genug.

Wir, die Jugendleitung für Österreich der EJÖ (JULÖ), drücken unser Mitgefühl mit den Menschen in der Ukraine aus.
Ihr Leid und Verlust von Sicherheit und Lebensperspektive lässt uns betroffen und hilflos zurück.
Wir hoffen inständig, dass Präsident Putin ein Einsehen hat und die internationale Gemeinschaft ihm einen Weg zurück ermöglicht.

Der Völkerrechtsbruch ist unentschuldbar und erschüttert uns zutiefst. Ein Vorgehen, das unschuldige Menschenleben kostet, Lebensgrundlagen zerstört und Jugendlichen die freie Entwicklung raubt, ist durch nichts zu rechtfertigen.

Dennoch wünschen wir uns, dass die Staatengemeinschaft weiterhin mit offenen Ohren aufeinander zugeht.
Die bis jetzt gezeigte Besonnenheit der Staatengemeinschaft begrüßen wir sehr und hoffen, dass sie ihrem Weg der Deeskalation weiterhin treu bleibt.
Kriegsrhetorik nützt niemandem und ist stets menschenverachtend - ganz gleich, welche Seite sie anwendet.

Wir wünschen uns sehr, dass Gewalt und lebensverachtendes Kalkül keinen Platz mehr finden im internationalen Miteinander.
Denn die Probleme, die unsere Kinder und Jugendlichen weltweit gemeinsam schultern müssen, sind mit Klimakrise und anhaltender Pandemie überwältigend genug.
Die nachfolgende Generation mit neuen Kriegen und gegenseitigen Verwerfungen zu beschweren, kommt einem Verrat an der Jugend gleich.
Dagegen protestieren wir aufs Heftigste.

Wir bekennen an dieser Stelle: Wir hätten schon viel häufiger protestieren sollen, denn Kinder leiden weltweit jeden Tag in Kriegsgebieten. Durch unseren Eurozentrismus verlieren wir das leider zu häufig aus dem Blick. Das tut uns aufrichtig leid.

Unseren Einspruch legen wir der Welt vor.
Unsere Sorgen bringen wir im Gebet vor Gott:

Gott, du Quelle allen Lebens,
wir wenden uns an dich mit unserer Hilflosigkeit, unseren Sorgen und Ängsten.

Dunkel wird uns ums Herz, wenn wir daran denken, was die Ereignisse der letzten Tage für die Welt bedeuten werden. Das macht uns Angst und so recht wissen wir noch gar nicht, wie wir das alles einordnen sollen.
Sprachlos werden wir, wenn wir die Berichte und Bilder von Gewalt und Leid in der Ukraine sehen.
Wir kommen uns so ohnmächtig vor, würden so gern helfen und wissen nicht so recht wie.
Und so tun wir das, was wir in diesen zerrissenen Stunden u. Tagen machen können: Wir beten und hoffen auf deine Hilfe.

Wir bitten dich, sei ein Licht den Menschen, dass sie Kraft haben, einander zu helfen. (Thomas Nanz, EJ Wien)

Wir bitten dich für die Armen und Kranken in der Ukraine, die keine Möglichkeiten haben, sich in Sicherheit zu bringen, sei du bei ihnen und halte deine schützenden Hände über sie. (Lukas Hauser, EJ Kärnten-Osttirol)

Wir bitten dich, spende den Menschen, die in U-Bahnstationen Schutz suchen und die aus Angst fliehen, Wärme und Zuversicht. (Ben Fuchs, EJ H.B.)

Gott, sei du bei den Familien der Verstorbenen, tröste du sie, wo unsere Worte versagen. (Elisabeth Löbl, EJÖ, Bundesgeschäftsführerin)

Und auch für die Politiker und Entscheidungsträger*innen der beteiligten Staaten bitten wir dich: Schenke ihnen Weisheit für ihre Entscheidungen und ein offenes Herz. (Benedikt Schobesberger, EJOÖ, EJÖ Vorsitzender)

Sende deinen Frieden in unser aller Herzen – heute und immer…wir brauchen ihn so sehr.

Amen.

Wien, 25.2.2022