4. Dezember

Es håt sich halt eröffnet das himmlische Tor

Rund um den Adventkranz sitzend wurde in meiner Kindheit so manchen Lied am Abend gemeinsam, zwar nicht immer richtig, aber mit viel Freude, gesungen. Mein absolutes Lieblingslied war und ist: „Es håt sich halt eröffnet das himmlische Tor“
Meine Mutter machte dazu immer mit den Händen Bewegungen, wenn alles „purzigagalat“. Für mich als Kinder war das eine große Freude.

Dieses alte Weihnachtslied ist erstmals 1756 nachweisbar. Als Urheber des Liedes wird Nauders in Tirol genannt. Zugleich gilt das Lied als das einzige Weihnachtslied, das in schwäbischer Mundart überliefert ist. Erklärt wird dies mit einem kulturellen Austausch, der vor allem über die Schwabenkinder jahrhundertelang beide Dialekträume miteinander verband.

Das Lied wurde in Tirol zu Weihnachten auch im Gottesdienst gesungen, fiel aber den Bemühungen um eine Reinigung des Kirchengesangs von weltlichen Einflüssen in der katholischen Kirche zum Opfer. Als Reaktion darauf wurde das Lied im Volksgesang noch durch einen angehängten „Halleluja“-Ruf ergänzt. So kenne ich es auch aus meiner Kindheit.

Weltweit bekannt wurde das Lied später durch die Trapp Familie.

Mir hat dieses Weihnachtslied immer so gut gefallen, weil es in Mundart gesungen wird und über die Hirten erzählt. Ich kann mir das Durcheinander dann lebhaft vorstellen. Außerdem finde ich das Bild des sich öffnenden Himmels wunderschön. Gott wird durch die Geburt Jesu Mensch. In einer so besonderen Situation darf auch Chaos, Überraschung und überschwängliche Freude herrschen.

Constanze Herndler-Berka
Organisationsassistentin EJÖ